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Verkehrte PLZ in Schwerin : Falsche Postleitzahl sorgt für Wirbel

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Etwa 20 Jahre leben einige Schweriner nun schon mit einer falschen Postleitzahl. Der Fehler fiel jetzt erst auf: viel Arbeit für die Verwaltung. Es müssen sämtliche Adressen geprüft werden.

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erstellt am 09.Dez.2012 | 06:10 Uhr

Schwerin | Der Fehlerteufel treibt in der Stadtverwaltung sein Unwesen - seit knapp 20 Jahren und niemand hat es gemerkt. Dann gab es neue Personalausweise. "Auf denen wird die Postleitzahl vermerkt", erklärt Jutta Geniffke, Amtsleiterin im Bürgerservice. Eine Mutter habe sich beschwert, weil auf dem Ausweis ihrer Tochter eine falsche Postleitzahl eingetragen war: Statt einer 19053 eine 19055. Betroffen sind Anwohner der Wismarschen Straße. Die falsche Postleitzahl hatten alle Anwohner mit geraden Hausnummern von 198 an aufwärts und mit ungeraden von 187 an aufwärts. Weil die Wismarsche Straße durch zwei Stadtteile, den Lewenberg und die Altstadt, verläuft, war es wohl zu der Verwechslung gekommen. "Wir haben jahrelang Lohnsteuerkarten, Wahlbenachrichtigungen und Amtsmitteilungen mit der falschen Postleitzahl versendet", sagt sie. "Das darf eigentlich nicht sein. Für uns ist das Anlass genug, alle Postleitzahlen in der Stadt zu überprüfen." Vor allem bevor sich weitere falsche Einträge auf anderen Personalausweisen einschleichen. Bislang sind laut Jutta Geniffke etwa 50 Schweriner Adressen betroffen. Hat der Zahlendreher nun weit reichende Auswirkungen?

"Nein, die Briefe und Pakete fanden in den vergangenen Jahren ja trotzdem ihrem Weg zu den Adressaten", erklärt Claus Korfmacher, Pressesprecher der Deutschen Post. Sobald die Post in den richtigen Leitzentren gelandet sei, würden die Zusteller, die sich lokal auskennen, für die Auslieferung an die richtige Adresse sorgen. Allerdings müsse der Fehler natürlich dennoch behoben werden. Das findet auch Jutta Geniffke.

Das Stadtplanungsamt wandte sich an die Deutsche Post in Braunschweig, die jetzt ihrerseits nach der Fehlerquelle sucht. Begonnen hatte alles im Jahr 1993, als die damals neuen Postleitzahlen eingeführt wurden. Es mussten zwei unterschiedliche Postleitzahlensysteme - das der alten und der neuen Bundesländer - zu einem zusammen geführt und eine komplett neue Brieflogistik installiert werden. Es sei ein "gigantisches Projekt" gewesen, sagt Claus Korfmacher. "Sämtliche Unternehmen und Verwaltungen mussten darauf vorbereitet werden. Datenbanken, Visitenkarten und Systeme mussten umgestellt werden." Jutta Geniffke: "Vermutlich wurde damals schon die falsche Zahl per Hand in das System eingepflegt."

Mit der großen "Fünf ist Trumpf"-Kampagne mit der gelben Hand "Post-Rolf" wurden die neuen fünfstelligen Postleitzahlen (PLZ) beworben. Das PLZ-System der Deutschen Post richtet sich dabei nicht nach Kommunen- oder Ländergrenzen, wie auch die Wismarsche Straße zeigt, sondern beruht auf eigenen Regeln. Besiedelung, Infrastruktur, Firmenansiedlungen und Briefaufkommen spielen dabei eine Rolle. "In Schwerin sitzt das Briefzentrum der Leitregion 19, die reicht von Lübz über Perleberg, Parchim bis an die Landesgrenze zu Schleswig-Holstein", so Claus Korfmacher. "Natürlich können wir heute nicht mehr sagen, wer damals der Urheber war", so Jutta Geniffke. Allerdings gehe es jetzt auch nicht mehr um Schuldzuweisungen, sondern darum, die Postleitzahlen der Stadt noch einmal zu überprüfen und weitere Fehler auszuschließen. Bei Fragen beraten die Mitarbeiter des Bürgerservices unter der Telefonnummer 0385-545 11 11 gern die Schweriner. Die Stadtverwaltung bleibt zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen. Die Mitarbeiter stehen den Bürgern am Freitag, 21. Dezember, und am Mittwoch, 2. Januar, von 8 bis 13 Uhr zur Verfügung. Wer noch in diesem Jahr einen Pass benötigt, sollte den so genannten Expresspass spätestens am 17. Dezember bis 16 Uhr im Stadthaus, Am Packhof, beantragen. In dringenden Fällen kann auch ein vorläufiger Personalausweis oder Reisepass mit verkürzter Gültigkeitsdauer bis Freitag, 21. Dezember, 13 Uhr beantragt werden.

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