Sicherheit auf den Strassen : Fairness hat immer Vorfahrt

Hauptpreis: Volker Schulz überreichte eine Radtasche an Gertraud Walkow.
Hauptpreis: Volker Schulz überreichte eine Radtasche an Gertraud Walkow.

Rücksichtskampagne des Fahrrad-Clubs ging mit Preisverleihung zu Ende – Zahl der Unfälle mit Radfahrern jedoch gestiegen

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05. November 2015, 16:00 Uhr

Es sollte keine Kampagne mit dem erhobenen Zeigefinger sein, sondern eine Aktion mit einem Augenzwinkern. Mit „Fair im Stadtverkehr“ warb die Schweriner Gruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) gemeinsam mit der Polizei in diesem Sommer für mehr Rücksicht im Straßenverkehr. „Wir wollen das Bewusstsein für ein Miteinander auf den Straßen schaffen“, sagte der Vorsitzende, Volker Schulz, zum Auftakt in einer Podiumsdiskussion, moderiert von SVZ-Lokalleiter Timo Weber. Nun zieht der ADFC-Chef eine positive Bilanz.

Durch die Kampagne seien viele Schweriner für das Thema Rücksicht im Straßenverkehr sensibilisiert worden, erklärt Schulz. „Wenn wir damit zum Nachdenken und zu Diskussionen angeregt haben, sehen wir ein Ziel als erreicht an.“ Fünf Promoter hatten in den Sommermonaten gezielt Verkehrsteilnehmer angesprochen und sie für richtiges Verhalten mit Schokolade belohnt (SVZ berichtete). Rund 100 Bürger beteiligten sich mit Postkarten an einer Verlosung. Der Hauptpreis, eine Radtaschen-Rucksack-Kombination, ging jetzt an die Schwerinerin Gertraud Walkow.

Der Unfall eines fünfjährigen Mädchens, das in der Burgstraße von einer Radfahrerin angefahren worden war, hatte im Juni eine heftige Debatte unter SVZ-Lesern ausgelöst. Der ADFC bat um Fairness, reagierte mit seiner Kampagne auf die Kritik an „rasenden Radlern“. Nun müsse es weiter darum gehen, die Regelkenntnisse im Straßenverkehr aufzufrischen bzw. zu vermitteln, betont Vorsitzender Schulz. So sei etwa immer wieder zu beobachten, dass Radfahrer, die regelkonform auf der Straße unterwegs seien, von Autofahrern angehupt würden. „Das Benutzen der Hupe ist aber ausschließlich zur Warnung erlaubt“, so Schulz, der zugleich an alle Radfahrer appelliert, gerade in der dunklen Jahreszeit für ausreichend Beleuchtung am Rad zu sorgen.

„Wir begrüßen jede präventive Aktion im Straßenverkehr“, sagt Schwerins Polizeisprecher Steffen Salow. Seine Bilanz der Rücksichtskampagne fällt allerdings etwas zurückhaltender aus. „Leider mussten unsere Beamten bei zurückliegenden Kontrollen feststellen, dass einige Radfahrer uneinsichtig waren“, berichtet Salow. Nach wie vor scheine nicht jedem Radler klar zu sein, dass er sich an die Straßenverkehrsordnung zu halten habe.

Hauptverstöße von Radfahrern sind nach Angaben des Polizeisprechers weiterhin die Benutzung von Radwegen in der falschen Richtung und die unberechtigte Fahrt durch Fußgängerzonen. „Wir verzeichnen in Schwerin einen leichten Anstieg bei der Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt sind“, schildert Salow. Für diese Entwicklung gäbe es aber keine eindeutige Erklärung, ein regelrechter Unfallschwerpunkt sei ebenfalls nicht auszumachen

Bei Überprüfungen falle der Polizei immer wieder auch die mangelnde technische Ausrüstung einiger Fahrräder auf, beklagt der Sprecher. Deshalb setzten die Ordnungshüter neben Präventionskampagnen auch in Zukunft auf regelmäßige Kontrollen. „Diese Notwendigkeit sehen wir“, betont Salow.

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