Schwerin : Faires Kicken wird belohnt

Bereit für die Straßenfußball-Liga: Initiator Oliver Benz am ersten Austragungsort – der Integrierten Gesamtschule Bertolt Brecht.
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Bereit für die Straßenfußball-Liga: Initiator Oliver Benz am ersten Austragungsort – der Integrierten Gesamtschule Bertolt Brecht.

Straßenfußball-Liga für Toleranz startet in Schwerin am 24. Mai

svz.de von
12. Mai 2018, 16:00 Uhr

Ein Fußballspiel ohne Schiedsrichter, aber mit drei Halbzeiten – gibt es nicht? Gibt es doch. Wenn am 24. Mai die Liga „Straßenfußball für Toleranz“ erstmals in Schwerin startet, ist nicht nur der fehlende Schiedsrichter ein wesentlicher Unterschied zum gewohnten Treiben um den Ball. „Im Zentrum unserer Straßenfußball-Liga stehen Fairplay, Demokratie und Gleichberechtigung“, sagt Oliver Benz. Der Schulsozialarbeiter der Regionalen Arbeitsstelle für Jugendhilfe, Schule und interkulturelle Arbeit, kurz RAA, war bereits in der Schweiz an einer solchen Liga beteiligt. „Das waren die fairsten Fußballspiele, die ich je gesehen habe“, erzählt Benz. Um dieses besonders faire Spiel zu bekommen, bedienen sich die Veranstalter einer Methode, die als „football3“ bekannt ist.

Das Fußballspiel „football3“ besteht aus drei Hälften. „Die erste Hälfte ist eine Diskussion vor dem Spiel. Hier besprechen die Jugendlichen, meist vier pro Team, die Regeln. Denn diese werden nicht vorgegeben“, sagt Benz. So müsse es keinen Torwart geben oder der Ball könne statt eingeworfen auch eingerollt werden. „Wichtig ist, dass die Jugendlichen sich gemeinsam und vor allem demokratisch auf Regeln einigen“, so der RAA-Mitarbeiter.

Die so festgelegten Normen werden dann in der zweiten Halbzeit umgesetzt – beim eigentlichen Fußballspiel. „Die Spiele werden nicht zu lang sein, etwa zehn Minuten“, erläutert Benz. Doch auch längere Spielzeiten seien möglich, abhängig von der Anzahl der Mannschaften. „Mehr als zwölf Teams können pro Spieltag aber nicht teilnehmen.“ Anstelle eines Schiedsrichters werde es Mediatoren geben, die aber nur eingreifen würden, wenn sich die Mannschaften nicht selbst einigen könnten. „Die Gewinner erhalten drei Punkte, die Unterlegenen einen Punkt und bei einem Unentschieden bekommen beide Teams zwei Punkte“, so der Initiator.

In der dritten Hälfte werden weitere Punkte verteilt. Gemeinsam besprechen die Spieler, zu denen pro Mannschaft auch eine Spielerin gehören muss, die Fairness der Partie. „Selbstverantwortlich bewerten die Jugendlichen, ob sie sich an die selbst auferlegten Regeln gehalten haben“, betont Benz. Zu den Punkten für das Spielergebnis würden noch einmal null bis drei Punkte für die Fairness ergänzt.

Vier Spieltage in vier verschiedenen Stadtteilen sind über den Sommer hinweg geplant. Am Ende jedes Spieltages gibt es einen Gewinner, der sich für das Finale im September qualifiziert. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen viel über gegenseitigen Respekt und Demokratieentwicklung lernen“, sagt Benz über die Liga, die in Mecklenburg-Vorpommern ein Pilotprojekt ist. Mannschaften können sich am jeweiligen Spieltag spontan anmelden.

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