MV sucht Fahrlehrer : Fahrschulen erholen sich von tiefer Krise

Wie war das noch mal mit rechts vor links? – Manche Tipps aus der Fahrschule verblassen mit der Zeit. Andere sind dauerhaft präsent.
Wie war das noch mal mit rechts vor links? – Manche Tipps aus der Fahrschule verblassen mit der Zeit. Andere sind dauerhaft präsent.

Branche vom Geburtenknick gebeutelt. Fahrlehrer inzwischen überall gesucht

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02. November 2015, 06:30 Uhr

Die Talfahrt der Fahrschulen in Mecklenburg-Vorpommern scheint gestoppt. Noch vor fünf Jahren stand jede vierte Ausbildungsstätte im Land wegen sinkender Fahrschüler-Zahlen vor dem Aus. „Inzwischen hat sich die Situation deutlich verbessert“, sagte Helmut Bode, Landesvorsitzender des Fahrlehrerverandes. Das belegen auch Daten des Kraftfahrtbundesamtes. Danach wurden 26    800 theoretische Fahrprüfungen in Mecklenburg-Vorpommern im vergangenen Jahr abgenommen – eine Zunahme gegenüber 2013 von beachtlichen 7,9 Prozent. 23 900 praktische Prüfungen im vergangenen Jahr bedeuten eine Zunahme von 1,7 Prozent.

Ursache für den Abwärtstrend der Jahre zuvor waren die Folgen des Geburtenknicks. Die geringen Geburtenzahlen in den Nachwendejahren führten dazu, dass seit 2009 auch die Zahl der Fahrschüler rückläufig war und dadurch die Branche unter Druck geriet. In Rostock gab es vor einigen Jahren noch weit über 30 Fahrschulen, inzwischen sind es nur noch 29. Dabei sind die Rahmenbedingungen in der Hansestadt vergleichsweise günstig, weil die Einwohnerzahl nicht wie in anderen Regionen sinkt. Zudem beleben Studenten das Geschäft. Etwa 5200 Prüfungen hat die Dekra Rostock nach eigenen Angaben in diesem Jahres bereits abgenommen.

Doch trotz der aktuellen Stabilisierung ist der Markt nach wie vor hart umkämpft, berichtete Helmut Bode. Um sich die Konkurrenz vom Leib zu halten, würden einige Fahrschulen mit Kampfpreisen von weniger als 25 Euro pro Fahrstunde um Schüler buhlen. Für dieses Dumping hat der Verbandsvorsitzende, der selbst Inhaber einer Fahrschule in Dömitz ist, kein Verständnis: „Mit diesem Stundenpreis lebt der Fahrlehrer auf Hartz-IV-Niveau.“

Ein anderes Problem kommt auf Fahrschulen zu: Das Personal ist überaltert. Junge Fahrlehrer gibt es kaum. Laut Statistik des Kraftfahrtbundesamtes sind von den aktuell 840 Besitzern einer Fahrlehr-Erlaubnis in Mecklenburg-Vorpommern 651 älter als 45 Jahre. „Die meisten von ihnen gehen in den nächsten zehn Jahren in Rente“, schätzte Bode ein. Der Verband wirbt deshalb auf Veranstaltungen um Nachwuchs. Doch der Beruf ist nicht besonders begehrt. Gründe dafür sind die unattraktiven Arbeitszeiten und der vergleichsweise geringe Verdienst, so Bode.

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