Stellplätze fehlen : Fahrradleichen sollen weg

Ausgeschlachtet und stehen gelassen: Auch am Bahnhof findet man immer wieder Fahrradwracks in den Ständern, die begehrte Stellplätze blockieren.
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Ausgeschlachtet und stehen gelassen: Auch am Bahnhof findet man immer wieder Fahrradwracks in den Ständern, die begehrte Stellplätze blockieren.

Offizielle Abstellplätze in der Innenstadt können oft nicht genutzt werden, weil defekte Räder sie blockieren

svz.de von
02. Februar 2016, 14:00 Uhr

Der Ortsbeirat Altstadt, Feldstadt, Paulsstadt, Lewenberg hat rund um den Marienplatz ein besonderes Problem ausgemacht: Alte Fahrräder, die monatelang am selben Fleck stehen. „Die Fahrradbügel sind im Stadtzentrum sehr knapp“, sagt Beiratsvorsitzender Steffen Wehner. „Die wenigen Abstellmöglichkeiten müssen dann nicht noch durch teilweise demontierte Räder blockiert werden.“ Mit der Verwaltung müsse diskutiert werden, wie dieses Problem in den Griff zu bekommen ist. Wehner denkt an ein ähnliches Verfahren wie bei Autowracks. „An den Alträdern könnte ein Zettel mit der Aufforderung zur Entsorgung angebracht werden.“ Kommt der Fahrradbesitzer dem nicht nach, müsste das Rad von Amts wegen sicher gestellt werden. Nach einer gewissen Zeit könnte es dann versteigert oder entsorgt werden.

Stehengelassene Alträder sind nicht nur am Marienplatz ein Thema, sagt Steffen Wehner. Auch am Bahnhof blockieren sie Stellplätze. Und auf einigen Höfen bleiben Fahrräder nach einem Umzug einfach stehen.

„Altfahrräder sind kein großes Problem in der Stadt“, sagt die Chefin des Fachdienstes Ordnung, Gabriele Kaufmann. „Wir reagieren aber, wenn uns ein Altrad auffällt.“ Das bekommt dann tatsächlich einen orangefarbenen Aufkleber mit der Aufforderung zur Entsorgung innerhalb einer bestimmten Frist. Passiert nichts, holt der Fachdienst das Rad und verschrottet es. „Unsere Mitarbeiter können natürlich nicht feststellen, ob ein intaktes Fahrrad über längere Zeit an einem Fleck steht“, so Kaufmann. „Wir kümmern uns nur um die echten Wracks.“

Eine Verwertung solcher Fahrradleichen ist indes offenbar schwierig. „Ich habe deshalb vor einiger Zeit schon mal mit der Fahrradwerkstatt im Külzhaus gesprochen“, sagt Steffen Wehner. „Die aber wollen die alten Räder nicht haben, weil sie auch so schon mit Teilen überschwemmt werden.“

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