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Schweriner Nahverkehr : Fahrpreise bleiben stabil - vorerst

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Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat höhere Fahrpreise für den Nahverkehr angekündigt. Der Geschäftsführer des Nahverkehrs, Norbert Klatt, widerspricht: Noch ist nichts entschieden.

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2013 | 01:12 Uhr

Schwerin | Der Nahverkehr plant derzeit keine Fahrpreiserhöhungen. Das sagte Geschäftsführer Norbert Klatt auf Anfrage dieser Zeitung. Er widersprach damit Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Die hatte im Zusammenhang mit der von ihr vorgelegten Zehn-Millionen-Streichliste eine Reduzierung des städtischen Betriebskostenzuschusses abgelehnt. "Der Nahverkehr muss ohnehin die Fahrpreise erhöhen."

"Wir haben eine Tarifänderung noch nicht ernsthaft gerechnet", sagt dagegen Norbert Klatt. "Derzeit gibt es keine Planungen in diese Richtung." Auf der Grundlage eines Vertrages, den der Nahverkehr 2009 mit der Stadt geschlossen hat, bekommt er bis 2015 einen Zuschuss von fünf Millionen Euro pro Jahr. Das sind 3,4 Millionen direkt von der Stadt und 1,6 Millionen nach dem Finanzausgleichsgesetz vom Land.

Dass die Oberbürgermeisterin von Tariferhöhungen spricht, kann Norbert Klatt sich nur mit den unsicheren finanziellen Zukunftsaussichten der Firma und mit zusätzlichen Kosten erklären. So muss der Nahverkehr nach dem Erneuerbare-Energiengesetz (EEG) rund 500 000 Euro pro Jahr zusätzlich als Ökostrom-Abgabe zahlen. Sollte ein Mindestlohn von 8,50 Euro von den Stadtvertretern beschlossen werden, wären das Kosten von 140 000 Euro für den Nahverkehr. "Oder wir reduzieren die eingekauften Leistungen für Wach-, Reinigungs- und Kontrolldienste um diese Größenordnung", so der Geschäftsführer. "Aber auch dazu gibt es im Unternehmen noch keine genauen Überlegungen."

Vollkommen unsicher sind derzeit aber noch die so genannten Infrastrukturmittel des Landes, also das Geld, das die Landesregierung für Investitionen in Gleise, Haltestellen oder Technik zuschießt. "Wie viel wir in den kommenden Jahren bekommen, wissen wir nicht", so Klatt.

Eine ebenfalls unsichere Zukunft hat die Ola, die Ostseelandverkehr, die den Eisenbahnbetrieb auf der Strecke Rehna-Schwerin-Parchim bedient. Das Land hat die Strecke neu ausgeschrieben. Ob der Nahverkehr als Anteilseigner damit auch weiterhin mit Erträgen aus diesem Geschäftszweig rechnen kann, ist unklar.

Norbert Klatt kann wegen dieser Unsicherheiten Fahrpreiserhöhungen nicht für alle Zeiten ausschließen. "Wir haben deutlich steigende Kosten, nicht nur durch das EEG oder einen Mindestlohn, sondern beispielsweise auch durch höhere Energiepreise." Ob diese Entwicklung innerbetrieblich abgefangen werden könne, kann der Geschäftsführer heute noch nicht sagen. "Erst wenn wir Ende September den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr vorlegen, wird klar sein, ob wir die Fahrpreise erhöhen müssen, oder nicht."

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