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24. November 2017 | 07:03 Uhr

Schwerin : Fahrer behalten einen kühlen Kopf

vom

Weit ausholen muss Eckart Gellermann als er mit seinem großen Gelenkbus vom Nahverkehr Schwerin von der Lübecker Straße in die Arsenalstraße einbiegen will. Einfach ist die derzeitige Situation für die Fahrer nicht.

svz.de von
erstellt am 04.Apr.2012 | 06:01 Uhr

Schwerin | Weit ausholen muss Eckart Gellermann als er mit seinem großen Gelenkbus vom Nahverkehr von der Lübecker Straße in die Arsenalstraße einbiegen will. "Wenn hier Autos stehen, geht das überhaupt nicht", erklärt der Reiseverkehrskaufmann, der seit zwei Jahren als Berufskraftfahrer unterwegs ist. Der Wendekreis seines Busses umfasst 22 Meter, Eckart Gellermann braucht Platz, an einigen Ecken in der Schweriner Innenstadt wie an der Lübecker Straße Ecke Arsenalstraße wird es schon sehr eng. Einfach ist die derzeitige Situation für die Fahrer nicht. "Man muss schon überall seine Augen haben. Es ist eine andere Situation als sonst. Sehr anstrengend", bilanziert der Busfahrer.

Derzeit fahren 18 Busse mehr - durch den Schienenersatzverkehr. Dieser startet am Bertha-Klingberg-Platz. Dicht gedrängt stehen die wartenden Fahrgäste. Sie steigen von der Straßenbahn in den Bus oder vom Bus in die Straßenbahn - das kostet Zeit. In der Bahn haben so gut wie alle Fahrgäste einen Sitzplatz, in den Bussen ist das eher selten der Fall, da diese sehr voll sind. Eckehard Stirtzel fährt auch wieder Bus für den Schienenersatzverkehr. 35 Jahre lang hat er die Nahverkehr-Straßenkreuzer durch die Innenstadt gelenkt. Seit Kurzem ist er Rentner, doch für die Baumaßnahme hat er seine Freizeit gern wieder eingetauscht: "Ich freue mich, wenn ich Bus fahren kann", so der 61-Jährige. Doch die neue Route und die erschwerten Bedingungen durch die Geschwister-Scholl-, Mecklenburg-, Schlossstraße sowie über den Marienplatz sind auch für ihn eine Herausforderung. "Was mich am meisten nervt, sind die anderen Kraftfahrer. Die stellen ihre Autos einfach irgendwo ab, obwohl dort striktes Halteverbot ist. Dann müssen wir die Autos wieder abschleppen lassen", verdeutlicht Eckehard Stirtzel seine Verärgerung. Erst in dieser Woche musste er ein Auto mit Schweriner Kennzeichen abschleppen lassen. "Das hat mich 18 Minuten Verspätung gekostet. Und dann noch jemand mit Schweriner Kennzeichen, das grenzt schon an Frechheit", sagt der sonst ruhige Zeitgenosse.

Auch die Fahrgäste bekommen so eine Verspätung zu spüren, weil sie an den zahlreichen Haltestellen warten müssen. Eckehard Stirtzel greift zu seinem Mikrofon und funkt einen seiner Kollegen an. "Ist die Geschwister-Scholl-Straße frei?" Der 61-Jährige wartet auf eine Antwort. Von seinem Kollegen, der in einem anderen Bus sitzt, bekommt Eckehard Stirtzel das klare Ja. "Jetzt kann ich in die Straße einbiegen. Alles frei." Darauf muss er warten, ansonsten kommt es zu Problemen in der engen Straße und die sollten möglichst vermieden werden.

Die Streckenführung durch die Mecklenburgstraße ist eine weitere Herausforderung für die Busfahrer. "Eigentlich klappt alles ganz gut. Probleme bereiten einem vor allem die Radfahrer, die an einem vorbeibrausen", erklärt Busfahrer André Iwanow. Doch nicht nur auf Fußgänger, Radfahrer oder Lieferverkehr muss André Iwanow achten, sondern auch auf Autofahrer, die das Durchfahrtsverbot missachten. So etwas kommt schon häufiger vor. Dann müssen die Segway-Fahrer einspringen und die Autofahrer ermahnen. Denn Gegenverkehr können die Busfahrer in der Mecklenburgstraße nicht auch noch gebrauchen.

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