Sülstorf : Fachkräfte händeringend gesucht

Experten wie Tobias Engelmann  werden gesucht. Mitarbeiten und mitdenken sind gefragt.
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Experten wie Tobias Engelmann werden gesucht. Mitarbeiten und mitdenken sind gefragt.

Sülstorfer Firma erweiterte für zwei Millionen Euro Produktionsfläche, nun schlägt offenbar der demografische Wandel durch

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18. April 2018, 08:00 Uhr

Tobias Engelmann ist genau der Typ, von dem Firmenchef Peter Lemke gern noch mehr hätte. Denn der gebürtige Dodower ist Dreher sowie Fräser und hat das Unternehmen, den Metall- und Anlagenbau Lemke in der Bahnhofstraße, vor sechs Jahren mit aufgebaut. Zweieinhalb Jahre habe Engelmann einst Zerspanungsmechaniker in Hannover gelernt, davor eine dreieinhalbjährige Lehre als Metallbauer in Boizenburg durchlaufen, erzählt er.

„Ich hatte schon immer ein großes Interesse am Maschinenbau und der Fertigung von Teilen“, erinnert sich der 35-Jährige. Als Kind habe er bereits mit dem Lötkolben hantiert, später so manche Schweißnaht sauber gezogen. „Das habe ich alles vom Opa gelernt, denn der war Klempner“, berichtet der junge Mann. Und dass er von seinem heutigen Chef abgeworben worden sei.

„Bei mir müssen die Jungs nicht nur mitarbeiten, sondern auch mitdenken. An die Hand nehmen kann ich keinen. Wer sich bei mir mit seinem Wissen und Können einbringt, hat einen sicheren Arbeitsplatz“, betont Peter Lemke, der händeringend Fachleute sucht. Vor allem CNC-Dreher, CNC-Fräser, Metallbauer oder Leute aus artverwandten Berufen. „Ich hätte fünf Arbeitsplätze ab sofort zu besetzen. Doch der Markt ist wie leergefegt. Offensichtlich schlägt der demografische Wandel voll durch“, sagt der 50-Jährige, der 14 Mitarbeiter beschäftigt. Und vor kurzem für rund zwei Millionen Euro eine neue Produktionshalle hat errichten lassen – mit 540 Quadratmetern Fläche (SVZ berichtete).

„Ich suche kreative Mitarbeiter, Alter ist egal. Wir sind hier in Sülstorf ein sehr junges Team. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp mehr als 30 Jahren.“ Lemke habe für die Zukunft noch so einiges vor. „Ich plane auch für den Blechbau etwas, mit Stanzen, Lasern und Kanten“, so der Werkzeugmacher, der vor der eigenen Selbstständigkeit bereits vier Metall-Betriebe auf Erfolgskurs gebracht habe. Anwendungsorientiertes Ingenieurswesen und effiziente Produktion stellt der gebürtige Neumünsteraner in den Mittelpunkt seines Schaffens. Mit seinem Team produziert er auch Prototypen sowie Klein- und Großserien aus verschiedenen Kunststoffen und Metallen. In der Medizin- und Lebensmitteltechnik, Luft- und Raumfahrt, Textilindustrie und auch im allgemeinen Maschinenbau haben sich nach Lemkes Worten die Sülstorfer in den vergangenen Jahren in der Region verankert. Und wollen nun weiter wachsen. Vorausgesetzt, sie finden die dringend benötigten Fachkräfte.

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