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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 09:12 Uhr

Altenpflege : Fachkräfte gesucht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Demografischer Wandel trifft Branche doppelt: Immer mehr ältere Menschen müssen betreut werden, zugleich fehlt der Job-Nachwuchs

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 23:02 Uhr

Vom Fliesenleger zum Altenpfleger: Lutz Janker startet beruflich noch einmal neu durch. Der 44-Jährige macht eine Ausbildung bei Sozius, kümmert sich im Haus Lankow in der Ratzeburger Straße speziell um Demenz-Erkrankte. „Ich bin sehr kommunikativ, kann mich gut in andere Menschen hineinfühlen“, sagt Janker. Seine Aufgabe sei für ihn sehr erfüllend. „Ich würde auch nach meiner Ausbildung gern in diesem Bereich arbeiten“, so der Schweriner.

Fachkräfte im Pflegebereich sind gesucht – und schwer zu finden. „Wir könnten ständig fünf bis zehn Mitarbeiter einstellen“, erklärt Sozius-Geschäftsführer Frank-Holger Blümel. Bei rund 800 Beschäftigten in allen Häusern gäbe es aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Bewegung.

„Pflegenotstand“ – diesen oft verwendeten Begriff möchte Blümel nicht benutzen. Aber den Bedarf an Fachkräften angesichts sinkender Bewerberzahlen zu sichern, das Angebot – derzeit allein mehr als 660 stationären Pflegeplätze – auf Dauer aufrechtzuerhalten, sei schon eine „Riesenherausforderung“. „Wir befinden uns im Wettbewerb mit anderen Berufen, anderen Trägern, anderen Städten und sogar anderen Ländern“, so der Sozius-Chef.

Dabei habe der Altenpflege-Beruf nicht nur mit dem demografischen Wandel zu kämpfen, sondern nach wie vor auch mit einem unzutreffenden Image. „Altenpfleger sind hoch qualifizierte Leute, das Berufsbild ist weitaus differenzierter als angenommen“, betont Blümel. 52 Auszubildende gibt es nach seinen Angaben aktuell in den Sozius-Einrichtungen und im Augustenstift.

Um Fachkräfte zu halten oder zu gewinnen, setze Sozius unter anderem auf Angebote zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie und auf eine umfassende Gesundheitsfürsorge für die Beschäftigten. „Umfragen zeigen, dass generell rund 80 Prozent der Altenpfleger mit ihrem Beruf zufrieden sind“, berichtet Blümel. Unzufriedenheit gäbe es mitunter allerdings mit manchen Rahmenbedingungen.

„Der Pflegebereich ist von der demografischen Entwicklung doppelt betroffen“, sagt der Leiter der Schweriner Arbeitsagentur, Dirk Heyden. „Zum einen gibt es immer mehr ältere Menschen, die pflegebedürftig werden, zum anderen fehlt der ausreichende Nachwuchs an Fachkräften.“ Mehr als 100 offene Stellen für Altenpfleger und Hilfskräfte in Westmecklenburg seien der Arbeitsagentur in Schwerin aktuell gemeldet, so Heyden. „Der tatsächliche Bedarf dürfte aber noch wesentlich größer sein.“

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