Krebszentrum in Schwerin : Expertenrunde für die beste Hilfe

Digitale Patientenakte auf dem Bildschirm und maßgeschneiderte Therapie: Dr. Oliver Heese, Leiter des Neuroonkologischen Zentrums zur Behandlung von Hirntumoren, spricht mit Experten der Fachkliniken die geeignete Behandlung für den Patienten ab.
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Digitale Patientenakte auf dem Bildschirm und maßgeschneiderte Therapie: Dr. Oliver Heese, Leiter des Neuroonkologischen Zentrums zur Behandlung von Hirntumoren, spricht mit Experten der Fachkliniken die geeignete Behandlung für den Patienten ab.

Im Schweriner Neuroonkologischen Zentrum zur Behandlung von Hirntumoren beraten wöchentlich Fachärzte mehrerer Kliniken

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04. Februar 2018, 08:00 Uhr

Er ist sechs Zentimeter groß. Er sitzt im Kopf eines Patienten. Für die Konferenz für Hirntumore hat PD Dr. Oliver Heese die Aufnahme aus dem MRT vergrößert auf den Bildschirm projeziert. Vor dem Leiter des Neuroonkologischen Zentrums zur Behandlung von Hirntumoren verfolgt ein Experten-Team die Ausführungen des Mediziners. Ein Radiologe ist dabei, ein Strahlentherapeut und natürlich ein Neurologe. Aus dem thüringischen Erfurt ist ein Neuropathologe zugeschaltet. Er ist Experte für spezielle genetische Untersuchungen am Tumorgewebe. Dr. Heese selbst ist Chefarzt der Neurochirurgie.

Einmal in der Woche gibt es in den Schweriner Helios-Kliniken diese Tumorkonferenz. Fachgebiete übergreifend wird dort die maßgeschneiderte Behandlung für jeden einzelnen Patienten abgestimmt. Seit November des vergangenen Jahres ist die Schweriner Klinik von der Deutschen Krebsgesellschaft als Neuroonkologisches Zentrum zertifiziert. Damit gibt es in Schwerin als erst zweite Einrichtung in ganz Norddeutschland ein Neuroonkologisches Zentrum zur Behandlung von Hirntumoren. Die erste befindet sich in Greifswald.

Für die Patienten ist es ein großer Vorteil, dass das Zentrum in das bereits bestehende onkologische Zentrum der Schweriner Helios-Kliniken integriert wurde und der Maximalversorger viele Fachdisziplinen für die Behandlung bieten kann. Rund 100 Patienten mit Hirntumor wählen inzwischen pro Jahr für die Erstbehandlung das Schweriner Onkologische Zentrum. Viel Arbeit für das Team um Dr. Heese.

Diagnose Krebs – für viele ist das ein Schreckensszenario. „Treffen kann es jeden“ sagt der Chefarzt. Die Lebensdauer nach der Diagnose eines bösartigen Hirntumors würde etwa ein bis zwei Jahre betragen, berichtet Dr. Heese. Dass sich die Schweriner Experten regelmäßig mit dem Thema Hirntumor beschäftigen, lässt ihre Erfahrung wachsen. Auch der kontinuierliche Austausch der Fachabteilungen fördere die Chance, eine wirklich passende Therapie für jeden Patienten zu finden. „Dadurch können wir besser helfen“, so der Mediziner. Und Leben verlängern.

Eine Behandlung bringe je nach Krebsart Chemotherapie, Bestrahlung, und Operationen mit sich, sagt Heese. Heute sei die Therapie vor allem wegen des „Nationalen Krebsplans“ des Gesundheitsministeriums professionalisiert. Der Plan verankert einheitliche Kriterien für die Kliniken. Ziel sei es, dass irgendwann nur noch zertifizierte Kliniken die Behandlung übernehmen.

„Wir hatten viele Hürden zu bewältigen, um selbst zu durchdachten Konzepten zu kommen“, berichtet Dr. Heese. Doch heute sei der Erfolg da. Inzwischen kommen sogar Krebspatienten aus dem brandenburgischen Perleberg in der Prignitz oder aus Dannenberg in Niedersachsen nach Schwerin.

Die Schweriner Helios-Kliniken haben dafür nicht nur ihre Arbeitsweise umgestellt, sondern auch die medizinische Versorgung ausgebaut. So sind heute auch Psychologen, Logopäden und Ergotherapeuten mit an Bord. Das hätten im Nordosten der Republik nur wenige Häuser zu bieten. Dr. Heese appelliert an die Patienten, genau diese spezialisierten Kliniken aufzusuchen: „Das in Häusern wie hier in Schwerin zusammengeführte Expertenwissen kann besser helfen, die eigene Lebensdauer zu steigern“, sagt der Chefarzt.

Der morgige Sonntag soll mit dem Welt-Krebstag eine der häufigsten Todesursachen ins öffentliche Bewusstsein rücken. Die Welt-Krebsorganisation hatte erstmals vor elf Jahren an dem zentralen Tag ihre Mitgliedsorganisationen dazu aufgefordert, öffentlich über die Krankheit Krebs aufzuklären.


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