Neue Fachärztin in Schwerin : Experten-Hilfe für gutes Sehen

In den Helios Kliniken Schwerin sind jetzt auch Schieloperationen möglich.
In den Helios Kliniken Schwerin sind jetzt auch Schieloperationen möglich.

Fachärztin für Schielerkrankungen unterstützt seit diesem Monat die Augenklinik. Der Weg zur OP nach Hamburg oder Rostock entfällt

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07. August 2016, 23:57 Uhr

Manche haben es von Geburt an, bei anderen entwickelt es sich erst später: Schielen ist eine Erkrankung, die bei Säuglingen und Kindern relativ häufig auftritt. Dabei ist die Fehlstellung der Augen nicht bloß ein ästhetisches Problem. „Wird das Schielen nicht frühzeitig behandelt, können dauerhafte Sehstörungen entstehen“, sagt Augenärztin Dr. Ilona Lischka. In diesem Monat hat die Expertin für Schielerkrankungen die Leitung der Sehschule in den Schweriner Helios-Kliniken übernommen und kann das Behandlungsspektrum der Augenklinik um Schieloperationen ergänzen.

Unsere Augen bewegen sich normalerweise parallel zueinander und schauen in dieselbe Richtung. Weicht ein Auge von dieser Parallelstellung ab, liegt ein Schielen vor. Mediziner sprechen auch von Strabismus. „Der Grund dafür ist ein Steuerungsfehler des Gehirns“, erklärt die Fachärztin. „Äußerlich fällt dies dadurch auf, dass ein Auge von der Blickrichtung des anderen abweicht.“ Aber nicht jedes Schielen ist für Eltern betroffener Kinder sichtbar. Der sogenannte Mikrostrabismus ist angeboren und führt in den meisten Fällen unbehandelt zu einer höhergradigen Schwachsichtigkeit.

Unbehandelt kann jede Schielform, aber auch Trübungen von beispielsweise Linse und Hornhaut sowie eine Brillenbedürftigkeit, zu einer Schwachsichtigkeit führen: Die Sehschärfe nimmt ab, obwohl das Auge eigentlich gesund ist. Dr. Lischka rät: „Damit es gar nicht erst zu dieser sogenannten Amblyopie kommt, sollte jedes Kind eine adäquate Sehschärfenkontrolle durch einen Augenarzt erhalten.“ In der Region verfügen einige Augenarztpraxen über Sehschulen, in denen Schielerkrankungen und Sehschwächen erkannt und behandelt werden. Aber in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern gibt es auch viele Unversorgte.

Als verantwortliche Oberärztin der Sehschule in den Helios-Kliniken wird Dr. Lischka jetzt die Versorgung von Schielerkrankungen in Schwerin und Umgebung ergänzen und Schieloperationen aller Schwierigkeitsgrade durchführen. Während einer wöchentlichen Sprechstunde behandelt die Medizinerin all jene Patienten, die mit einer Überweisung von einem niedergelassenen Augenarzt in die Augenklinik kommen. Wird dann eine Schiel-OP erforderlich, profitieren die Schweriner nun wieder von einer wohnortnahen Versorgung. Denn: Bisher mussten die Eltern mit ihren Kindern dafür nach Lübeck, Hamburg oder Rostock fahren.

„Mit Dr. Lischka konnten wir eine hochspezialisierte Kollegin gewinnen, die bereits seit zehn Jahren auf dem Gebiet des Strabismus tätig ist und das komplette strabologische Spektrum abdeckt“, sagt Dr. Nico Negraszus, leitender Oberarzt der Klinik für Augenheilkunde, erfreut.

Die 41-Jährige war zuletzt als Fachärztin in der Sehschule des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf tätig.

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