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Gummistiefel gefragt : Expedition ins Siebendörfer Moor

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

SVZ testet: Entdeckungstour durch Feuchtgebiet zwischen Görries und Pampow auf sicheren und trockenen Wegen

von
erstellt am 11.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Moor klingt mysrisch, geheimnisvoll und gefährlich. Ahnungslose Wanderer versinken in bodenlosen Wasserlachen, Moorleichen erschrecken Besucher. Eine Fläche also, die tunlichst gemieden werden sollte.

Alles Quatsch, wenn es um das Siebendörfer Moor geht, bestätigt ein SVZ-Test. Das facettenreiche Naturschutzgebiet zwischen Görries und Pampow, Krebsförden und Rogahn ist ein ideales Ausflugsziel für Naturfreunde und Familien. Es kann völlig gefahrlos betreten und durchaus trockenen Fußes durchwandert werden – wenn man sich an ein paar Grundregeln hält. Und die sind auf kleinen Schildern an den Hauptzugangswegen – der Langen Badlow in Görries, dem Weg am Bahnübergang in Süd, der Straße an den Eichen zum Tierfriedhof in Pampow und am Weg ins Moor hinter dem Fasanenhof – angebracht.

Was hat das Siebendörfer Moor jetzt zu bieten? Ein kleiner Rundgang mit Dr. Hauke Behr vom Umweltamt liefert spannende Informationen. Wir starten an der Langen Badlow, der Bus fährt bis kurz vor die Straße und hält am Poco-Einrichtungsmarkt. Dort kann man auch das Auto abstellen oder am Straßenrand der Langen Badlow. Hinter dem Schlagbaum führt der befestigte Weg am Waldrand entlang zum Zentrum des Moores. Zu hören ist bereits am Anfang eine Vielzahl von Vogelstimmen, über den Feuchtwiesen kreisen Mäusebussarde und Rotmilane. Dann kommt das Pumpwerk in Sicht. Es reguliert den Wasserstand so, dass Landwirte die Wiesen bewirtschaften können. Auf denen befinden sich insgesamt 20 neue Tümpel, die in den vergangenen fünf Jahren als Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in die Natur angelegt worden waren und jetzt Amphibien, Libellen und weiteren Kleinlebewesen Lebensraum bieten. „Die Besiedlung erfolgte in rasantem Tempo“, berichtet Dr. Behr, der regelmäßig auf Kontrollgang unterwegs ist. Weiter gehts in Richtung der alten Torfstiche, die heute ein Mix aus offenen Wasserflächen und Röhricht bilden. An den nassen Stellen auf den Wiesen suchen paarweise Graugänse Futter, etwas weiter entfernt laufen Kibitze emsig umher und vor einen kleinen Bruch stehen zwei Kraniche. Auf einem Hochspannungsmast steht ein Fischadler auf seinem Horst. Plötzlich ertönt aus dem Schilf ein dumpfes „Buumb“. Der Moorochse? Tatsächlich. Am helllichten Tag ruft die Große Rohrdommel, ein ausgesprochen seltener und scheuer Vogel, der etwas kleiner als ein Graureiher ist. Doch blicken lässt er sich nicht. Dafür aber ein Kormoran. Der steht auf einer kleinen Insel und putzt gelassen sein Gefieder. Ein Pärchen Krickenten dagegen schwimmt schnell davon. Die Stockenten lassen sich nicht stören. „Manchmal kann man hier auch den Wachtelkönig hören“, erzählt Dr. Behr auf dem Rückweg, vorbei an herrlich blühenden Schlehensträuchern. Auch Hasen und Rehe seien oft auf den Wiesen unterwegs. Auf einem großen Stein sitzt eine Zauneidechse und sonnt sich. Ein schönes Abschlussbild der Exkursion.

 

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