Schweriner fordern bessere Sicherung : Ex-Parteischule: Zippendorf in Sorge

<strong>Der Bauzaun mit Stacheldraht und Verbotsschild</strong> sichert nicht die gesamte Brandruine. An  anderen Stellen gelangt man problemlos auf das Parteischul-Gelände.<foto>Klawitter</foto>
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Der Bauzaun mit Stacheldraht und Verbotsschild sichert nicht die gesamte Brandruine. An anderen Stellen gelangt man problemlos auf das Parteischul-Gelände.Klawitter

Aus offenen Fenstern wehen Schadstoffe, das Areal ist schlecht gesichert: Die ausgebrannte Ex-Parteischule in Schwerin macht den Nachbarn Angst. Sie fordern eine bessere Sicherung des Areals.

svz.de von
25. Januar 2013, 10:42 Uhr

Neu Zippendorf | Wirbeln an der ausgebr annten Parteischule hochgiftige Asbestfasern durch die Luft? Schweben illegale Besucher der schlecht gesicherten Ruine in Lebensgefahr? Der leer stehen de Komplex in der Straße Am Hang sorgt bei Anwohnern schon lange für Unbehagen. Immer wieder schien sie von Fremden kurzfristig "bewohnt", während auf der anderen Seite das Grundstück rings herum verwahrloste. Nach dem Großbrand am ersten Januar wochenende ist aus dem unguten Gefüh l echte Angst geworden.

Thilo Kreimer lebt mit seiner Familie in unmittelbarer Nachbarschaft zur 1979 eingeweihten, ehemaligen SED-Bezirksparteischule, die seit mehr als zehn Jahren ungenutzt ist. Ein ver heerender Brand war am 6. Januar mitta gs ausgebrochen und hatte zu einem Großeinsatz der Feuerwehr geführt. Es stürzten mehrere Decken ein, die meiste n Fenster zerbarsten. "Durch den Brand sind verschiedene Giftstoffe im Haus freigesetzt worden", sagt Thilo Kreimer und meint damit vor allem Asbe st und alte Dämmmaterialien. "Durch die Fenster kann das alles jetzt hinauswehen. Das sind vielleicht nur gerin ge Mengen, trotzdem sind wir besorgt."

Und noch ein zweiter Fakt macht ihm zu schaffen, nämlich die heimlichen Besuc her des Apachenhügels, wie das Areal seit Langem im Volksmund heißt. Dass in den 10 000 Quadratmeter umfassenden Komplex immer mal wieder Fremde eingebrochen sind, dort gefeiert oder übernachtet haben, davon künden nicht nur riesige Graffiti an der Fassade. Die Anwohner hörten auch immer wieder Geräusche aus dem Gebäude. Das Fatale: Selbst jetzt, nachdem Polizei und Feuerwehr dringend vor dem Betreten des Hauses gewarnt haben, scheinen dort Unbekannte ein und aus zu gehen. "Wir haben in den vergangenen Tagen wieder Stimmen aus der alten Parteischule gehört", sagt Kreimer. "Dabei ist das Gebäude extrem einsturzgefährdet. Meiner Ansicht nach können wir uns da nicht aus der Verantwortung stehlen und sagen: Die sind doch selbst schuld, wenn ihnen etwas passiert. Es muss jetzt dringend Druck auf den Eigentümer der Immobilie gemacht werden, dass er das Areal endlich vernünftig sichert." Kreimer appelliert an die Stadt: "Ich hoffe, dass sie nach dem Brand endlich in der Lage ist, juristische Schritte zu unternehmen oder dem Eigentümer zumindest eine Frist zu setzen."

Der Ortsbeirat Zippendorf, zu dem Thilo Kreimer gehört, will sich jetzt mit den Neu Zippendorfer Kollegen zusammensetzen und über gemeinsame Schritte nachdenken, wie der Grundsatz "Eigentum verpflichtet" an dieser Stelle konsequenter durchgesetzt werden kann.

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