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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. November 2017 | 22:47 Uhr

Richtfest : Europahaus am Dümmer See wächst

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wandergesellen bauen ein Gemeinschaftshaus für ihren Dachverband CCEG und die Gemeinde

svz.de von
erstellt am 10.Okt.2014 | 23:46 Uhr

Dass am Dümmer See etwas Tolles, ja europaweit Einmaliges entsteht, hat sich bei den Zimmerleuten auf der Walz rumgesprochen. Ein Holzrahmenbau mit zwei Geschossen, der in traditioneller Art und Weise aufgestellt wird – solch ein Bauwerk ist heute selten. Jede Woche sind 15 bis 20 Zimmerleute hier zu finden, um den künftigen Treffpunkt und Lernort für Wandergesellen aus Frankreich, Skandinavien und dem deutschsprachigen Raum aufzubauen. Gestern waren es sogar mehrere hundert junge Männer in schwarzer Zimmermannskluft. Denn das Richtfest stand an.

Mittendrin in der Festgesellschaft waren zudem Einwohner aus Dümmer, Walsmühlen und Parum zu finden. Denn das Europahaus ist auch ihr Haus: Die Gemeinde erhält hier Vereins- und Gemeinschaftsräume. Diese künftige Hausgemeinschaft funktioniert schon jetzt. Die Wandergesellen wurden und werden nicht nur zum Arbeiten in Dümmer aufgenommen: Wenn im Dorf etwas los ist, sind sie mit dabei. So war es gestern. So soll es auch bleiben, wenn im Mai das Gebäude fertig ist und bezogen wird.

Bislang haben die Zimmerleute 240 Kubikmeter Bauholz verarbeitet. Holzrahmen und Dachstuhl stehen. In den nächsten drei Wochen kommen die Biberschwänze aufs Dach. Danach haben die Zimmerleute noch beim Innenausbau zu tun. Elektro- und Sanitäranlagen werden aber von Fachfirmen aus der Region eingebaut. Und das Ausmauern der Fachungen mit rotbunten Ziegeln muss bis zum Frühjahr warten: Die Eichenbalken arbeiten noch.

Doch alle Beteiligten und Geldgeber sind zuversichtlich, dass auch dieser Bauabschnitt problemlos über die Bühne geht. „Geht nicht: Das kennen die Männer hier nicht“, sagte Landrat Rolf Christiansen gestern. Auch Landwirtschaftsminister Till Backhaus, Edgar Hummelsheim von der Schweriner Handwerkskammer, Sparkassen-Vorstand Ulrich Kempf und Bürgermeisterin Anke Gräber sind froh und stolz, dass die CCEG, der Dachverband der Wandergesellen, Dümmer so eindrucksvoll auf die Europakarte setzt.

Entscheidenden Anteil daran hat der Stralendorfer Johannes Möller-Titel, der die Zimmerer an den Dümmer See holte und zugleich für das Projekt überall Klinken putzte. So flossen knapp 500 000 Euro Fördermittel aus dem Haus Backhaus und 250 000 Euro aus der Gemeinde in die Baukasse. Hinzu kommt Geld von Sponsoren. Ganz wichtig aber: Die Gesellen packen an und bringen durch Eigenleistungen nochmals rund 300 000 Euro für das Projekt auf.

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