Bauten in Schwerin : Europa rettet Schwerins Denkmale

Architekt Wolfram Kessler erklärte interessierten Schwerinern bereits, wie der Wichernsaal in der Apothekerstraße einmal aussehen könnte.
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Architekt Wolfram Kessler erklärte interessierten Schwerinern bereits, wie der Wichernsaal in der Apothekerstraße einmal aussehen könnte.

Beitrag zum Welterbe: Mit Hilfe von EU-Fördergeldern werden der Wichernsaal und die Trauerhalle auf dem Alten Friedhof saniert

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05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Im Zusammenhang mit der Welterbebewerbung werden in der Landeshauptstadt auch Gebäude saniert, die nicht zum eigentlichen Residenzensemble gehören. Dazu zählen unter anderem der Wichernsaal in der Apothekerstraße und die Trauerhalle auf dem Alten Friedhof. Fördergeld vom Land machts möglich: Insgesamt neun Millionen Euro bekommt Schwerin aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung für nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte.

Das Krematorium, ein Baudenkmal auf dem denkmalgeschützten Alten Friedhof, wurde 1930 eingeweiht. Der Schweriner Stadtbaurat Andreas Hamann hatte das Gebäude im Stile des Bauhauses entworfen. Neben der Feuerbestattungsanlage gibt es in dem markanten Backsteinbau noch eine große und eine kleine Trauerhalle. Nachdem das Krematorium nach der Inbetriebnahme einer neuen Anlage auf dem Waldfriedhof außer Dienst gestellt wurde, werden die Trauerhallen aber weiterhin genutzt. Allerdings: Das Gebäude ist stark sanierungsbedürftig. Mit Hilfe von Fördermitteln will die Stadt den historischen Bau sanieren. Rund 1,1 Million Euro sind dafür vorgesehen. Gemacht werden müssen das Dach und das Mauerwerk. Und weil es Dichtungsschäden gibt, ist auch der Innenraum durch aufsteigende Nässe in Mitleidenschaft gezogen. Baubeginn soll im Spätsommer sein.

Wie die Trauerhalle gehört auch der Wichernsaal als Baudenkmal zu den Projekten der nachhaltigen Stadtentwicklung Schwerins. Das Gebäude in der Apothekerstraße wurde 1893 als Herberge „Zur Heimat“ errichtet. 200 Gäste fasste der Saal auf dem Hof, der für Synoden, Tagungen und die Jugendarbeit der Mecklenburgischen Landeskirche, aber auch für Feiern und Tanzveranstaltungen genutzt wurde. „Die geplante Sanierung soll dazu dienen, der Bevölkerung im Zentrum Schwerins ein vielseitig nutzbares diakonisches Bildungs- und Begegnungszentrum zur Verfügung zu stellen“, sagt Landespastor Martin Scriba. Zugleich solle damit das Baudenkmal gerettet werden. Das Diakonische Werk Mecklenburg-Vorpommern habe das Projekt inzwischen so weit entwickelt, dass die Baugenehmigung erteilt werden konnte, so Scriba. „Derzeit laufen die letzten Abstimmungen mit dem Landesförderinstitut.“ Über die Höhe der Förderung und die schlussendlich zu beziffernden Baukosten könnten präzise Angaben erst nach Abschluss dieser Gespräche gemacht werden, erklärt der Landespastor. „Wir hoffen, dass ein entsprechender Fördermittelbescheid in nächster Zeit erteilt wird.“



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