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Hinter Schweriner Türen : Etwas Prunk im grauen Bahnhof

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Blick hinter verschlossene Türen in der Landeshauptstadt – heute: Im Fürstenzimmer im Südflügel finden Veranstaltungen statt

svz.de von
erstellt am 20.Okt.2017 | 14:00 Uhr

Ob große Holztüren oder schwere Eisenportale, kleine Luken oder automatische Glastüren – in der Stadt gibt es zahllose Eingänge an öffentlichen Orten. Doch nicht immer dürfen Schweriner einfach so hineingehen, meist liegen die Räume dahinter im Dunkeln. Dabei verbirgt sich die eine oder andere Überraschung hinter den verschlossenen Türen in der Landeshauptstadt, wie das Fürstenzimmer im Schweriner Hauptbahnhof.

Aus Frankfurt, Hamburg, Berlin oder Rostock kommen die Menschen heute am Bahnhof der Landeshauptstadt an. Ein Fürst, Großherzog oder Zar ist nicht mehr unter ihnen. Das war 1889 anders. Am 1. Oktober besuchte der damalige deutsche Kaiser Wilhelm II. den Großherzog Friedrich Franz II. in Schwerin. Doch der Bahnhof war noch nicht fertig, also wurde schnell der Südflügel des neuen Empfangsgebäudes hergerichtet – das Fürstenzimmer.

„Dieser Raum stand dem Großherzog für den Empfang der Gäste und für Repräsentationszwecke zur Verfügung“, erzählt Peter Falow. „Heute finden hier Veranstaltungen statt“, so der zweite Vorsitzende des Vereins „Fürstenzimmer Schwerin“, der sich um den Erhalt des Raumes kümmert. Wie früher ist auch jetzt der Zugang abgeschlossen, die Öffentlichkeit hat nur zu den Veranstaltungen Zutritt.

Im Eingangsbereich des Südflügels sind noch heute die Fliesen mit verschiedenen Motiven zu sehen. Durch große Kassettentüren kann das Fürstenzimmer und der angrenzende Raum, früher das Toilettenzimmer für die Damen, betreten werden. Die Decken sind mit Stuckornamenten verziert, das Fürstenzimmer besitzt eine prachtvolle, reich verzierte, dunkle Holzdecke.

„Leider haben wir hier keine Toiletten“, sagt Peter Falow mit Bedauern. Dann könnten im Südflügel des Bahnhofs auch dem Ambiente entsprechend hochwertige Veranstaltungen wie Silberhochzeiten stattfinden, so der zweite Vorsitzende des Vereins. Dabei achten Kaiser Wilhelm II. und Großherzog Friedrich Franz II. von der Wand aus genau darauf, dass die Gäste keinen Unsinn treiben.

Als Großherzog Friedrich Franz IV. 1918 gegen seinen Willen abdanken musste, verlor auch das Fürstenzimmer an Bedeutung. „In den Räumen wurden Büros eingerichtet“, erklärt Peter Falow. 2002 wurden das Zimmer und der Ankleideraum für die Damen im Einklang mit der Denkmalpflege restauriert. „Momentan sammeln wir Gelder für die Bemalung der Wände und der Decke des Eingangsbereichs.“

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