Schwerin : Esoteriktage: Was kommt nach 2012?

Kosmische Lichtschulung: Samantha von Däniken erklärt  Annett Fieber aus Waren an der Müritz und Kathrin Graf aus Röbel  (v. l.) anhand der Glaskugeln die Bedeutung von  Ashtar Sheran und Merkaba. Reinhard Klawitter
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Kosmische Lichtschulung: Samantha von Däniken erklärt Annett Fieber aus Waren an der Müritz und Kathrin Graf aus Röbel (v. l.) anhand der Glaskugeln die Bedeutung von Ashtar Sheran und Merkaba. Reinhard Klawitter

Übernatürliches, Mächte aus dem Jenseits oder fauler Zauber - was war es, das am Wochenende etwa 3700 Menschen bei den Esoterik- und Naturheiltagen in der Schweriner Sport- und Kongresshalle gesucht haben?

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03. September 2012, 09:34 Uhr

Weststadt | Übernatürliches, Mächte aus dem Jenseits oder fauler Zauber - was war es, das am Wochenende etwa 3700 Menschen bei den Esoterik- und Naturheiltagen in der Schweriner Sport- und Kongresshalle gesucht haben? Extrovertierte Wahrsager, in sich gekehrte Handleser, fremd wirkende Aurenfotografen, langbärtige Schamanen und erfahrene Kräuterkundige - etwa 50 Aussteller boten den neugierigen Besuchern ihre Sachkunde, Erfahrung und Dienste an. Was ist echt und was ist Scharlatanerie? Ich suchte selbst nach einer Antwort.

"Es berührt Dich tief genug, dass die Zweifel verschwinden", sagte die Lebensgefährtin von Suresh Chandra, die nicht namentlich genannt werden will. Suresh Chandra ist indischer Astrologe mit jahrzehntelanger Erfahrung. Sein Fachgebiet ist eine Mischung aus Handlesen und Astronomie. Er strahlte starke innere Ruhe aus, griff zielsicher meine Hand, schaute nur selten in meine Augen, dann aber sehr direkt, scharf und rührend. Er fragte leise, wann ich geboren bin…

Die Begegnung war kurz und intensiv. Ich ging weiter zwischen Papierwandschirmen hindurch. Leise Stimmen von verborgenen Wahrsagern und ihren Klienten drangen zu mir.

"Was warst Du im früheren Leben?" Diese Frage sprang mich von jeder zweiten Wand an. Handleser Peter Lindenau wollte mir ein Seminar schmackhaft machen, in dem ich erfahre, was nach 2012 kommt. "2013", sagte ich. Er lacht: "Ja, wenn nichts dazwischen kommt." Sie haben also auch Humor, diese In-die-Zukunft-Gucker. Aber sie machen auch schlechte Erfahrungen. "Wir sind vielen Angriffen ausgesetzt", sagte die Lebensgefährtin von Suresh Chandra. Ich finde das gemein. Sie versuchen genau wie andere auch, ihr Geld zu verdienen. Wer das für Hokuspokus hält, muss ja nicht. It-Girls wie Paris Hilton empfinde ich eher als nervig und penetrant. Dagegen strahlten diese Heiler und Handleser große Ruhe aus. Keiner von ihnen kam belehrend zu mir, alle sind sehr offen.

Klar, ich brauche kein "energetisiertes Wasser", auch "wenn Wasser Deinem Körper gut tut", wie mir der Bärtige an dem Stand versprach. "Ja, das stimmt", sagte ich und ging weiter. Ein paar Stände weiter drückte mir Karla-Viola Blohm-Kosanke ein Petersilien-Elexier in die Hand. Sie war Naturheilerin und Kräuterkundige. Jeden morgen sammelt die Schwerinerin in und um Lankow Pflanzen und Wirkstoffträger. "Wir betreuen auch Krebspatienten", sagte sie. "Wir helfen ihnen zum Beispiel bei der richtigen Ernährung." Ihr Elexier war süß und fruchtig, schmeckte leicht wie Honigwein. Karla-Viola Blohm-Kosanke zeigte mir ihre Tees aus selbst gesammelten Kräutern. Es sah alles ordentlich aus und roch wirklich gesund.

Dagegen lagen die Steine von Samantha von Däniken wirklich schwer in der Hand. Samantha von Däniken hielt schwere Glaskugeln in beiden Händen. Sie symbolisieren Ashtar Sheran und Merkaba. Der Weltraumbruder aus dem Sonnensystem des Alpha Centauri ist Teil der kosmischen Lichtschulung. Ich schaute ein bisschen ratlos und steuerte einen unbesetzten Stand an, auf dem große Schilder "Warzenritual" und "Beckenschiefstandkorrektur" bewerben. Ich leide weder an dem einen noch an dem anderen. Ich möchte auch kein Schüler in einer Mysterienschule werden.

Aber ich gebe zu, mein mystischer Exkurs in die Sport- und Kongresshalle hat mich berührt und den Horizont geweitet. Dennoch fühle ich mich auch ohne Engel und Heilige sicher und schaue ohne Wahrsagerin mutig ins Jahr 2013 - wenn nichts dazwischen kommt.

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