Schwerin: Baulücke verschwindet : Es tut sich was am Marienplatz

So soll das neue Gebäude  aussehen: ein Stufenbau zum Wohnen und Arbeiten.  Zeichnung: Michael Schnell / planstudio9
So soll das neue Gebäude aussehen: ein Stufenbau zum Wohnen und Arbeiten. Zeichnung: Michael Schnell / planstudio9

An der Ecke zur Schlossstraße haben die Bauarbeiten für ein Haus mit Laden, Café und Wohnungen begonnen

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02. Juni 2016, 08:00 Uhr

Monatelang herrschte Ruhe hinter dem Bauzaun in der Schlossstraße, Ecke Marienplatz. Doch jetzt tut sich was. Derzeit wird die Gründung für einen Neubau hergestellt. Die Investoren hoffen, Anfang kommenden Jahres fertig zu sein.

Eigentlich wollten Rudolf und Michaela Denissen, die Inhaber des Hofes Denissen in Wöbbelin, schon in diesem Frühjahr Erdbeeren, Gurken, Tomaten, Paprika, Kartoffeln, Milch, Kürbis und selbst produziertes Eis in ihrem neuen Hofladen in der Schweriner Schlossstraße verkaufen. Doch daraus wurde nichts. „Dafür gibt es viele Gründe“, sagte eine Unternehmenssprecherin. So wollten die Denissens den Weihnachtsmarkt nicht durch Abrissarbeiten stören.

In dem abgestuften Neubau sollen ein Hofladen, eine Gaststätte und sechs Wohnungen eingerichtet werden. Das Gebäude wird so gestaltet, dass ein Durchgang zum Innenhof möglich ist. „Dort werden wir auch ein paar Sitzgelegenheiten für Gäste des Cafés einrichten“, so die Sprecherin. Es soll das „außergewöhnlichste Eiscafé Norddeutschlands“ entstehen, kündigt Rudolf Denissen an, das „Eiscafé Rudolf“.

Der Neubau wird abgestuft. Zum Schloss hin werden es fünf Geschosse sein, zum Marienplatz hin nur drei. „Dadurch entsteht eine Anpassung an die unterschiedlich hohen, angrenzenden Häuser“, lobte Günter Reinkober, Fachbereichsleiter Bauen und Denkmalpflege in der Stadtverwaltung, den Entwurf.

Die hofseitige Dachfläche des Fünfgeschossers wird als großzügige Dachterrasse geplant, die übrigen Dachflächen werden begrünt. Zur Hofseite wird es zudem einen verglasten Anbau geben.

Der Hof Denissen ist in Schwerin kein Unbekannter. Überall in der Stadt stehen jetzt die Vekaufsstände für Spargel und Erdbeeren. In Wöbbelin bewirtschaftet das Unternehmen eine Fläche von 1500 Hektar. Neben dem Gemüseanbau im Freiland und unter Glas wird Futter für die eigenen Tiere produziert. In den Ställen stehen 750 Milchkühe und deren Nachzucht.

Auf dem Grundstück in der Schlossstraße befand sich in den 1950er-Jahren das Tapetengeschäft Gerandt. In den 1990er-Jahren zog dort eine Schlecker-Filiale ein. Nach der Pleite der Kette gab es immer mal wieder kurzzeitige anderweitige Nutzungen.

Vor Jahren hatte der Kaufhauskonzern Peek & Cloppenburg Teile des Karrees zwischen Schlossstraße, Mecklenburgstraße, Geschwister-Scholl-Straße und Goethestraße erworben. Einkaufsmöglichkeiten sollten entstehen und eine Passage vom Marienplatz zur Mecklenburgstraße. Der Zugang vom Marienplatz sollte über das Grundstück entstehen, das jetzt neu bebaut wird. Der Kaufhauskonzern hat die Grundstücke längst weiter verkauft. Die Stadt suchte deshalb nach einem Investor für ihr Schlossstraßengrundstück, das sie nie aus der Hand gegeben hatte. Mit dem Hof Denissen gibt es nun eine neue Nutzung.

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