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23. November 2017 | 00:57 Uhr

"Es lebe Champagner der Erste!"

vom

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erstellt am 13.Jun.2013 | 05:50 Uhr

Alles ist wie immer ganz einfach. Eigentlich. Will ein Theater unter freiem Himmel Erfolg haben, muss es nur ein schönes Fleckchen Erde unter diesem Himmel finden. Darauf eine originelle und zugleich praktische Bühne mit einem praktischen und originellen Bühnenbild errichten. Und ein gutes, ein sehr gutes Stück aussuchen. Fertig.

Dann wird das Publikum schon in Massen strömen und die Künstler mit Beifallsstürmen feiern.

Wenn’s doch so einfach wäre!

Fragen Sie die Theaterleute, wie vieler schlafloser Nächte und hitzig geführter Kantinendebatten es bedurfte, damit auch bei den Schweriner Schlossfestspielen 2013 nichts dem Zufall überlassen blieb - ohne natürlich künstlerische Freiheiten zu beschneiden, kurz, um auch in diesem Jahr ein theatralisch-musikalisches Gesamtkunstwerk auf den Alten Garten zu zaubern, das möglichst viele Zuschauerwünsche erfüllt und vielleicht auch, schwierig, schwierig, dem einen oder anderen Kritiker gefällt. Mit der Wahl der bekanntesten Operette von Johann Strauss wurde jedenfalls alles dafür getan.

"Die Fledermaus", das schönste Werk der großen, goldenen Operettenzeit, und sehr, sehr wienerisch, ist ungemein unterhaltsam und zugleich für Sänger und Orchester so anspruchsvoll, dass das Werk immer auch an den großen Opernhäusern der Welt gespielt wird und also eine würdige Schwester ist an der Seite so erfolgreicher Schlossfestspiel-Inszenierungen wie "Aida", "La Traviata" oder "Der Bajazzo".

Viele der Melodien aus der "Fledermaus" sind seit ihrer Uraufführung im Jahr 1874 zu Schlagern geworden, die fast jeder Musikfreund zumindest mitsummen kann: "Trinke, Liebchen, trinke schnell!", "Mein Herr Marquis". Zuweilen sind sie sogar in die Alltagssprache eingegangen: "Glücklich ist, wer vergisst, Was doch nicht zu ändern ist".

Nicht zuletzt ist es die raffinierte Geschichte über die Rache einer Fledermaus, die zu fesseln vermag, ein Possenspiel, in dem fast keiner ist, was er vorgibt zu sein, und niemand den liebt, den er vorgibt zu lieben.

Aber auch wenn es nicht ganz die Wahrheit ist: Am Ende war nur einer verantwortlich. "Champagner hat’s verschuldet, der König aller Weine". Und darum: "Die Majästät wird anerkannt rings im Land. Jubelnd wird Champagner der Erste sie genannt…!"

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