Leezen : Es gibt nur einen Fehler: „Nichts tun“

Die Pfleger Sebastian Ihde (M.) und Ulf Müller-Romberg (r.) erklären Margit Rönisch die Bedienung eines Defibrillators. Für die Reanimation muss sie 100-mal pro Minute auf das Herz drücken.
Die Pfleger Sebastian Ihde (M.) und Ulf Müller-Romberg (r.) erklären Margit Rönisch die Bedienung eines Defibrillators. Für die Reanimation muss sie 100-mal pro Minute auf das Herz drücken.

Wie funktioniert ein Defibrillator? Pfleger erklären es Klinikgästen am gestrigen „World Restart A Heart Day“

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17. Oktober 2019, 05:00 Uhr

Ein Mann bricht zusammen. Liegt leblos vor den ratlosen Passanten. Sie rufen schnell den Notarzt, doch keiner traut sich, mit einer Herzdruckmassage Erste Hilfe zu leisten. Der Rettungswagen ist nach zehn Minuten da. Zehn Minuten, die den Menschen vor Ort wie eine Ewigkeit vorkommen, weil sie nicht helfen konnten, obwohl sie es doch so sehr wollten. Die Frau, die im Foyer der Rehaklinik in Leezen steht, hat genau diesen Moment erlebt. Auf einem Rastplatz an der A 24. „Es ist so wichtig, das jeder weiß, was in solchen Fällen zu tun ist“, sagt sie. Deshalb zweifelt sie gestern auch keinen Augenblick, als sie von den beiden Intensivpflegern Sebastian Ihde und Ulf Müller-Romberg angesprochen wird. Denn gestern war internationaler „World Restart A Heart Day“, der Tag, an dem Menschen weltweit mit Aktionen für das wichtige Thema Wiederbelebung sensibilisiert werden sollen. In Leezen platzieren die Pfleger ein Krankenbett mit Patientenpuppe direkt neben der Rezeption. Am Bett steht ein mobiler Defibrillator, so wie es ihn dutzendfach in Schwerin und im Umland in öffentlichen Gebäuden gibt. Die Aufgabe für die Vorbeilaufenden: Reanimation mit Defibrillator. „Man kann nichts falsch machen“, sagt Pfleger Sebastian Ihde. „Außer man tut gar nichts.“ Das Gerät erkläre sich praktisch von selbst. Kleine Piktogramme zeigen jeden einzelnen Handgriff, zusätzlich erklärt eine Stimme, was zu tun ist. „Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und dann mit der Herzdruckmassage zu beginnen“, erklärt Ulf Müller-Romberg. „100-mal pro Minute.“ Auch Margit Rönisch testet ihr Wissen an der Puppe. „Mein letzter Erste-Hilfe-Kurs“ ist drei Jahre her“, erzählt sie. Das sei ihr aber viel zu lange: „Um die Angst davor zu verlieren, sollte man das viel öfter machen.“

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