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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 13:21 Uhr

Grambow : „Es gibt noch viel Luft nach oben“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Seit zwei Monaten hat der Grambower Dorfladen geöffnet, doch die Genossenschaft hat noch nicht genug Kunden

svz.de von
erstellt am 30.Dez.2014 | 18:00 Uhr

Nach langer Vorbereitung ging das Projekt „Dorfladen“ in Grambow vor neun Wochen mit dem Aufschließen des kleinen Geschäfts in seine heiße Phase. Nach dem großen Rummel und der Euphorie am Eröffnungstag, ist etwas Ernüchterung eingekehrt. „Wir haben mit mehr Zulauf gerechnet“, sagt Paul-Wilhelm Todt, Vorsitzender des Fördervereins, und Vorstandsmitglied der Genossenschaft „Unser Dorfladen“ Grambow.

Die Mittagspause von Birgit Jens ist länger geworden, seit die Öffnungszeiten geändert wurden. „Wir machen vormittags nur noch bis 11 Uhr statt bis 12.30 Uhr auf“, sagt Birgit Jens, für die sich nicht nur die Öffnungszeiten geändert haben. Sie ist jetzt nicht mehr nur Verkäuferin, sondern auch Leiterin des Dorfladens. Ihre Vorgängerin hat einen anderen Job angenommen.

Um 8 Uhr hat Birgit Jens an diesem Morgen das kleine Geschäft in der Dorfmitte aufgeschlossen. 15, vielleicht 20 Kunden, schätzt sie, waren in den vergangenen drei Stunden da. Brötchen und Tabak gingen über die Ladentheke. „Das läuft immer“, sagt Birgit Jens. Auch die kleine Kaffee-Ecke würde gut angenommen. Aber mehr Kunden, fügt sie hinzu, die dürften es schon sein.

„Es gibt noch viel Luft nach oben“, sagt Paul-Wilhelm Todt, der das Projekt „Dorfladen“ mit initiiert hat. „Der Umsatz ist noch nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, ergänzt Todt. Vom angestrebten Tagesumsatz würden derzeit rund zwei Drittel erreicht. Um den Dorfladen langfristig auf gesunde wirtschaftliche Füße stellen zu können, müsse der Umsatz erhöht werden. Dabei spielt das Wort langfristig eine gewichtige Rolle: „Ein bis zwei Jahre, dann müssen und werden wir sehen, wo wir stehen. Ich gehe davon aus, dass sich der Laden langfristig bewähren wird“, sagt Todt. „Einkaufen, wo ich Zuhause bin“, das ist das Motto des Geschäfts und eine Haushaltsbefragung im Vorfeld ergab, dass über 60 Prozent der Dorfbewohner es für gut halten würden, wenn ein Dorfladen in Grambow eröffnen würde. Jetzt ist er offen, aber „viele Dorfbewohner halten noch an ihrem bisherigen Einkaufsverhalten fest“, sagt Todt. Dabei gebe es, so Todt, die Grundversorgung doch auch im Dorfladen. Rund 1000 Artikel – von der Zahnbürste bis zur Kaffeesahne – sind es. Einige Produkte, sagt Todt, seien zwar teurer als in den großen Geschäften, „aber wer hier einkauft der spart Zeit und auch Spritgeld“, nennt er die Vorteile.

Was kann getan werden, damit mehr Kunden kommen? „Wir wollen das Sortiment überarbeiten und es auf unsere Kunden zuschneiden“, sagt Birgit Jens. Zudem wird es wöchentlich Werbung geben, die im Dorf verteilt wird. Auch wird überlegt, das Serviceangebot, das jetzt schon einen Paketdienst beinhaltet, zu erweitern. „Beispielsweise mit einer Heißmangel- und Bügel-Annahmestelle“, sagt Paul-Wilhelm Todt. Zudem sei ein Hol- und Bringedienst angedacht.

Auf der Verkaufstheke liegt eine Kladde. „Kundenwünsche“ steht auf dem Deckblatt. Hier tragen Kunden ein, welche Waren sie sich noch vor Ort wünschen. Naturjoghurt, ein besonderer Käse, eine spezielle Zeitschrift – „viele Sachen haben wir daraufhin auch besorgen können“, sagt Birgit Jens. Der jüngste Eintrag im Kundenwunschbuch stammt aus der vergangenen Woche: „Ich wünsche mir für euch noch viel mehr liebe, kauffreudige Kunden“. Das wünschen sich die Initiatoren auch – und dafür wollen sie sich weiterhin stark machen.

 

 

 

 

 

 

 

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