Schwerin : Es bleibt still im Wohngebiet

Ein nicht so häufiger Anblick: Kinder trainieren im Stadion. Ansonsten hält sich die Nutzung in Grenzen. Vor allem Leichtathleten machen sich hier fit für ihren nächsten Wettkampf.
Ein nicht so häufiger Anblick: Kinder trainieren im Stadion. Ansonsten hält sich die Nutzung in Grenzen. Vor allem Leichtathleten machen sich hier fit für ihren nächsten Wettkampf.

Das Stadion im Lambrechtsgrund ist für Großveranstaltungen nicht geeignet

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08. Mai 2018, 21:00 Uhr

In der Stadt gibt es eine ganze Reihe von Sportstätten: neue, sanierte, umgebaute, uralte, viel genutzte und leer stehende. Nicht alle werden von der Stadtverwaltung bewirtschaftet, es gibt auch private und solche, die sich in der Hand eines Vereins befinden. Nicht überall herrscht eitel Sonnenschein, mancherorts besteht Handlungsbedarf. SVZ stellt einige Sportstätten vor und zeigt die jeweiligen Besonderheiten. Heute: das Stadion im Lambrechtsgrund.

„Als der FC Mecklenburg hier noch spielte, hat er auch gewonnen.“ Wieland Schaible lächelt. Er ist Chef der Lambrechtsgrund Betriebsgesellschaft, die die Sportanlagen in der Weststadt verwaltet.

Der FC Mecklenburg hat inzwischen so seine Schwierigkeiten mit dem Gewinnen und gespielt wird heute im Sportpark Lankow. Im Stadion an der Sport- und Kongresshalle ist es deshalb noch ruhiger geworden. „Fußball wird hier kaum noch gespielt“, so Schaible. „Es sei denn, die Kapazitäten in Lankow reichen nicht aus. Dann sind wir hier ein Ausweichplatz.“

Leichtathleten trainieren hier dagegen regelmäßig. „Im Lambrechtsgrund befindet sich das einzige Leichtathletikstadion der Stadt mit einer 400-Meter-Tartanbahn“, so der Geschäftsführer. „Deshalb haben wir auch die neue Laufhalle gleich daneben gebaut.“ Das bedeutet kurze Wege für die Sportler.

Ansonsten findet hier regelmäßig der Jedermann-Zehnkampf statt, Lehrlinge drehen ihre Runden bei Spendenläufen oder Jungen und Mädchen feiern ein Schulsportfest. Echte Großveranstaltungen sind das nicht. „Die sind auch wegen der Anwohner kaum möglich“, so Schaible. Immerhin gehen 10 000 Zuschauer auf die Ränge. Doch selbst zum Fußballspiel Eintracht Schwerin gegen Bayern München im Jahr 1995 kamen nur rund 8000.

Petra Blunk ist Geschäftsführerin der C & M Concert und Management Gesellschaft. Sie bewirtschaftet die benachbarte Sport- und Kongresshalle. „Wir bekommen ab und zu Anfragen zu Veranstaltungen mit 10 000 bis 15 000 Besuchern.“ Dann muss Blunk absagen. In die Sport- und Kongresshalle gehen so viele Gäste nicht hinein. „Das Stadion Lambrechtsgrund ist für solche Großveranstaltungen aber nicht geeignet. „Es gibt nicht genug Fluchtwege.“

Im Lambrechtsgrund steht ein für die 1950/60er-Jahre typisches Stadion. Für heutige Ansprüche und Vorschriften müsste die Infrastruktur modernisiert werden, so Wieland Schaible. Doch wozu Millionen Euro investieren, wenn das Stadion für Großveranstaltungen gar nicht so recht geeignet ist und eigentlich auch nicht gebraucht wird? Denn ein Konzert beispielsweise mit Rammstein oder den Toten Hosen dürfte an Klagen der Anwohner wegen der zu erwartenden Lautstärke scheitern.

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