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Bildung in Schwerin : Es bleibt eng an Schwerins Schulen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Anstieg der Einwohnerzahlen bringt auch Probleme mit freien Plätzen / Grundstein gelegt für Neubau am Ziegelsee

von
erstellt am 17.Feb.2017 | 05:00 Uhr

„Es kann doch nicht sein, dass Kinder nicht zum Unterricht dürfen, weil es keine freien Schulplätze gibt“, beklagte Vize-Stadtpräsidentin Marleen Janew (Linke) jüngst im Hauptausschuss der Stadtvertretung. Von fünf Kindern sei ihr berichtet worden, für die keine freien Plätze gefunden worden. Sozialdezernent Andreas Ruhl beruhigt: „Es stimmt, es gab kurzzeitig einen Engpass. Das konnte aber in wenigen Tagen gelöst werden.“ Inzwischen gäbe es in der städtischen Schulbehörde gut eingespielte Mechanismen, um schnell reagieren zu können. Das sei auch notwendig, weil der Zuzug schulpflichtiger Kinder nach Schwerin anhalte. Und das betreffe keinesfalls nur Flüchtlingskinder, betont der Sozialdezernent.

Parallel erarbeitet die Schulverwaltung gerade neue Schuleinzugsgebiete. Hintergrund: Das Land hat sich bereit erklärt, auch für Schweriner Schüler die Fahrtkosten zum Unterricht zu übernehmen, wenn die Grundschule mehr als zwei, die weiterführende Schule mehr als vier Kilometer vom Wohnort entfernt ist. Dafür braucht es aber klar definierte Schuleinzugsgebiete. Bislang hatte Schwerin die Stadt in fünf Regionen aufgeteilt – Nord, Süd, Ost, West und Mitte. Das reicht dem Bildungsministerium nicht. „Wir werden das jetzt bis auf Straßen herunterbrechen“, erklärt Dezernent Ruhl und macht deutlich: „An der freien Schulwahl ändert das nichts. Eltern können nach wie vor selbst entscheiden, in welcher Schule ihr Kind eingeschult wird oder an welche weiterführende Schule es nach der Grundschule geht.“

Eine deutliche Entspannung beim Platzangebot staatlicher Grundschulen wird es vom kommenden Jahr an geben, wenn die neue Schule am Ziegelsee genutzt werden kann. Gestern wurde dafür der Grundstein gelegt.

Bis zur Fertigstellung sollen nur sieben Monate vergehen. Das ist möglich, weil die dreizügige Grundschule in moderner Modulbauweise errichtet wird. „Es ist ein sportliches Ziel, bis zum Schuljahresstart fertig zu werden. Aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen werden. Und Eltern, die sich für diese Schule entscheiden, werden für ihre Kinder hervorragende Lernbedingungen und ein innovatives Raumkonzept vorfinden, wie man es so konsequent eben nur bei einem Neubau umsetzen kann“, so Oberbürgermeister Rico Badenschier bei der Grundsteinlegung.

Das dreigeschossige Schul- und Hortgebäude entlang der Speicherstraße wird über zwölf Klassenräume, einen Hort mit Gruppen- und Nebenräumen, Mensa und Turnhalle verfügen. Wenn die Schule voll belegt sein wird, können dort mehr als 300 Kinder der 1. bis 4. Klasse lernen. Zwischen den Klassenräumen sollen von beiden Räumen nutzbare Freiarbeitsräume angeordnet werden. Dort ist Gruppen- und Partnerarbeit oder die Einzelförderung besonders lernstarker oder lernschwacher Kinder möglich. Für den Fachunterricht sind speziell ausgestattete Werk-, Kunst- und Musikräume, eine Lehrküche und eine Schulbibliothek geplant, im Schulhort Tanz-, Theater- und Kreativräume. Mensa und Aula werden so gestaltet, dass sie als multifunktionaler Veranstaltungsraum mit mobiler Bühne und Bestuhlung dienen können. Die Baukosten für die Schule liegen bei 4,6 Millionen Euro, der integrierte Hort wird 2,9 Millionen Euro kosten. Für die Zwei-Feld-Sporthalle, die zeitgleich errichtet wird, haben die Planer 2,3 Millionen Euro veranschlagt.

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