Schweriner Flüchtlingsarbeit : Erzbischof besucht Jugendhaus Lankow

Im Gespräch mit jungen Migranten: Erzbischof Stefan Heße (r.), Caritas-Geschäftsführer Rudolf Hubert (2.v.l.) und Pfarrer Bernhard Angrick  Fotos: Reinhard Klawitter (2)
Im Gespräch mit jungen Migranten: Erzbischof Stefan Heße (r.), Caritas-Geschäftsführer Rudolf Hubert (2.v.l.) und Pfarrer Bernhard Angrick Fotos: Reinhard Klawitter (2)

Stefan Heße informiert sich über Integration von Flüchtlingen in Schwerin

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07. Juni 2016, 19:11 Uhr

Wenn der Erzbischof zu Besuch kommt, dann kann der Donnerstag schon mal auf einen Dienstag fallen. Denn immer donnerstags treffen sich im Caritas-Jugendhaus in Lankow junge Flüchtlinge, um deutsche Vokabeln zu pauken. Doch als gestern der Hamburger Erzbischof Dr. Stefan Heße der Einrichtung in der Ratzeburger Straße seine Aufwartung machte, da zeigten die Migranten natürlich auch gern außer der Reihe, was sie schon gelernt haben. „Wir möchten den Flüchtlingen dabei helfen, sich so schnell wie möglich in die deutsche Gesellschaft zu integrieren“, sagte Caritas-Kreisgschäftsführer Rudolf Hubert.

Im März wurde der Sprachkurs im Jugendhaus ins Leben gerufen. „Anfangs besuchten ihn nur junge afghanische Männer, mittlerweile nehmen Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern daran teil“, schilderte Hubert. Erzbischof Heße, der auch Sonderbeauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlingsfragen ist, hörte aufmerksam zu, zeigte sich beeindruckt vom Engagement der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiter, nutzte auch die Gelegenheit zum Gespräch mit Flüchtlingen. „Wo kommen Sie her?“, fragte Heße die Migranten, erkundigte sich nach ihren Biografien.

Die Idee, im Jugendhaus ein spezielles Angebot für junge Flüchtlinge zu schaffen, sei schon im vergangenen Jahr entstanden, erzählte Mitarbeiterin Christiane Stanko. „Als in der früheren Siemensschule eine Notaufnahme untergebracht war, schauten viele Migranten im Jugendhaus vorbei. Uns wurde schnell klar: Wir müssen etwas tun.“

Beim Besuch des Erzbischofs im Jugendhaus ging es aber nicht nur um den Sprachkurs. Stefan Heße erfuhr auch allgemein etwas über das kommunale Wirken der Caritas im Bereich der Integration. „Die Caritas ist eng vernetzt im pastoralen Raum mit den Kirchgemeinden und vielen anderen Akteuren aus Wohlfahrtspflege, Verwaltung und Politik“, betonte Kreischef Hubert. Ein wichtiger Partner sei beispielsweise die Volkshochschule.

Kirche und Caritas setzen gemeinsam in der Stadt zahlreiche Projekte für Flüchtlinge um. So betreibt etwa die katholische Propsteigemeinde St. Anna seit Herbst vergangenen Jahres in der St.-Andreas-Kirche im Mueßer Holz ein Willkommens-Café und in Kooperation mit dem Stadtteilverein „Die Platte lebt“ das Projekt „Spielend Deutsch lernen“ für Vorschulkinder ohne Kita-Platz.

Flüchtlingen den Weg in die Arbeitswelt zu ebenen, ist ebenfalls ein zentrales Anliegen der Caritas, die auf diesem Gebiet mit dem Jugendförderverein Parchim/Lübz kooperiert, der ein Coaching-Projekt zur Vorbereitung einer beruflichen Ausbildung anbietet, gefördert von der Arbeitsagentur. „Die Teilnehmer wurden über das Caritas-Begegnungscafé in Lankow vermittelt“, berichtete Hubert.

So nahm Erzbischof Heße viele Eindrücke von seinem Besuch im Jugendhaus mit, bevor er am Abend auch noch das Sommerfest des Erzbischöflichen Amtes in Lankow besuchte.

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