Kita-Streik : Erstmals Notbetreuung

Trotz Streiks gut betreut: Die Kita „Gänseblümchen hatte gestern eine Notbetreuung organisiert.
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Trotz Streiks gut betreut: Die Kita „Gänseblümchen hatte gestern eine Notbetreuung organisiert.

Verdi ruft für drei Tage zum Arbeitsausstand – aber nicht alle betroffenen Einrichtungen der Kita gGmbH bleiben auch geschlossen

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04. Juni 2015, 12:00 Uhr

Es geht auch anders: Die Erzieher in sechs Häusern der Kita gGmbH waren gestern zum Streik aufgerufen. Geschlossen blieben tatsächlich nur drei. In der Weststadt Kita „Gänseblümchen“ lief ein Notfalldienst. Gut ein Drittel der 94 Kinder wurden trotz Streiks betreut. „Wir haben mit allen Eltern geredet,“ sagt Erzieherin Anke Bruhn-Kokles. Familien mit Teilzeitplätzen wurden gebeten, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, damit berufstätige Eltern zur Arbeit können.

Volle Unterstützung für den Streik erhalten die Erzieherinnen von Daniel Schlicht. „Wir sind sehr zufrieden mit der Betreuung unseres Sohnes“, sagt der Vater von Carlos. „Wenn Streik nötig ist, um die Forderungen durchzusetzen, muss das so sein.“ Allerdings sorgt der lange Zeitraum für wachsenden Unmut. „An bislang drei Tagen durften wir unser Kind nicht zur Kita bringen“, erzählte Gerd Gäth. Dafür hat er kein Verständnis. Wenn es wie gestern mit der Notfallbetreuung klappt, sei das in Ordnung.

Auch in den beiden 24-Stunden-Einrichtungen war Betrieb. Wer keine andere Betreuungsalternative hatte, brachte seine Kinder in die Nidulus-Kitas. Und von diesem Angebot machten auch etliche Eltern Gebrauch. So waren gestern lediglich die Kitas „Plappermäulchen“, „Feldstadtmäuse“ und „Waldgeister“ tatsächlich geschlossen.

Morgen kommt es dagegen dicke: Mit „Haus Sonnenschein“, „Wirbelwind“ und „Kirschblüte“ bleiben am Freitag gleich drei Kitas komplett geschlossen. Bei den „Future Kids“, bei „Löwenzahn“ und „Pumuckl“ gibt es eine Notbetreuung. Auch nach der Schule ist der Streik für die Eltern noch spürbar: Der Hort der „Future Kids“ bleibt zu, die „Paulsstädter Fritzen“ bieten eine Notbetreuung, der City-Hort bleibt trotz Streikaufrufs geöffnet.

Der Gewerkschaft Verdi geht es bei dem Streit nicht nur ums Geld. „Bei einem Bruttogehalt von knapp 2000 Euro bei einer Arbeitszeit von 35 Stunden bleiben gerade mal etwas mehr als 1300 Euro übrig zum Leben. Das macht es auch so schwer, Nachwuchs für diese anspruchsvolle und liebevolle Arbeit zu finden“, so Bezirksgeschäftsführerin Ute Evers. Deshalb will Verdi eine Ausbildung mit akademischem Abschluss für Erzieher erreichen, dabei Bund und Länder in die Finanzierung der Kosten für einen Platz einbeziehen und Eltern und Kommunen entlasten. „Außerdem muss die Anzahl der Kinder pro Erzieherin abgesenkt werden. Hier hat Mecklenburg-Vorpommern die höchsten Kind-Erzieher- Relationen.“

Mehrere Stadtvertreter machen sich dafür stark, dass die Kita gGmbH den Eltern anteilig Kita-Beiträge zurückerstattet.

Posted by Zeitung für die Landeshauptstadt - News aus Schwerin & Umgebung on Dienstag, 2. Juni 2015

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