Schweriner Abfall : Erstmalig: Gebühren für Müll sinken

Sind die Mülltonnen mal wieder überfüllt, trägt der Vermieter die Verantwortung. /dpa-Zentralbild
Foto:
Sind die Mülltonnen mal wieder überfüllt, trägt der Vermieter die Verantwortung. /dpa-Zentralbild

Die Abholung soll ab 2018 für die Schweriner preiswerter werden

von
25. September 2017, 21:00 Uhr

Das gab es noch nie. Die Stadt senkt die Müllgebühren. Nach der Kalkulation der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen (SDS) müssen ab dem kommenden Jahr durchschnittlich vier Prozent weniger bezahlt werden als bisher.

Mit Müll darf eine Kommune keinen Gewinn machen. Alle fünf Jahre ist deshalb eine Nachkalkulation vorzulegen. Kommt dabei heraus, dass die Bürger in der zurück liegenden Periode zu viel bezahlt haben, müssen sie dieses Geld in den nächsten fünf Jahren quasi zurück bekommen. Ist für die kommende Periode zu erwarten, dass die Kosten steigen, wird der Überschuss verwendet, um die Gebühren möglichst konstant zu halten. Sind höhere Kosten nicht in Sicht, müssen die Gebühren reduziert werden. Dabei werden sowohl die Grundgebühr als auch die so genannten Leistungsgebühren für die Leerungen gesenkt.

Vor allem zwei Kostenpunkte wirken sich positiv auf die Entwicklung der Müllgebühren aus: die Wertstoffhöfe und die Bioabfallentsorgung. Beide waren 2013 neu ausgeschrieben worden. Schlugen für die Bioabfall-Abfuhr 2011 noch zwei Millionen Euro zu Buche, waren es 2016 nur 1,6 Millionen. Die Wertstoffhöfe kosteten vor sechs Jahren noch 590 000 Euro, heute sind es 550 000.

Doch es gibt noch andere Faktoren, die sich positiv auf die Kostenentwicklung bei der Müllabfuhr ausgewirkt haben, sagt SDS-Chefin Ilka Wilczek. „Die Restmüllmenge ist in Schwerin zurückgegangen.“ Es landet weniger in den grauen Tonnen. Seit 2013 etwa 0,5 bis 1 Prozent pro Jahr. Das resultiere „mittel- und langfristig aus dem Umzugsverhalten der Bewohner Schwerins – beispielsweise aus Großwohnanlagen in Einzelhausbebauungen – und kurzfristig aus einem gezielten Abfallmanagement der Wohnungsgesellschaften“, heißt es in der Begründung der neuen Gebühren. „Das Trennverhalten der Bürger hat sich verbessert“, sagt Ilka Wilczek. Soll heißen: Es werden mehr Wertstoffe in den Gelben Sack oder die gelben Tonnen geworfen. Und in der Begründung für die Stadtvertreter wird betont: „Mit der Senkung wird das durch Gebühren finanzierte Leistungs- und Aufgabenspektrum der Abfallentsorgung beibehalten. Das ausgeprägte umweltrelevante Entsorgungsverhalten der Schweriner Bürger soll weiterhin unterstützt werden.“

Die neuen, niedrigeren Gebühren für die Müllabfuhr werden jetzt in den Ausschüssen diskutiert und müssen dann von der Stadtvertretung bestätigt werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen