zur Navigation springen
Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 08:52 Uhr

Erfolg in Schwerin : Erste Schritte in ein neues Leben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Steffen Dahl lag nach einem Unfall im Wachkoma, nun hat er so große Fortschritte gemacht, dass er in eine eigene Wohnung ziehen kann

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Steffen Dahl strahlt. Er kommt gerade aus dem Fitnessstudio. Eine Viertelstunde hat der 35-Jährige auf dem Laufband trainiert. Auch Jane Witt strahlt. „Was Steffen leistet, ist einmalig“, sagt die Leitende Pflegefachkraft, zuständig für den Bereich Wachkoma und Beatmung im Sozius-Haus „Am Grünen Tal“. Fast zwei Jahre war Steffen Dahl ihr Patient. Nun trainiert der Schweriner nicht nur im Studio, er ist auch in eine eigene Wohnung gezogen.

Ein Unglücksfall veränderte von einem Tag auf den anderen das Leben von Steffen Dahl. Kurz vor Weihnachten 2013 passierte es: Am 15. Dezember wurde der damals 32-Jährige im Westerwald unverschuldet in einen Autounfall verwickelt. Diagnose: ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Die Lunge versagte. Dahl fiel ins Wachkoma. Es folgte eine Zeit zwischen Leben und Tod.

Vier Monate lang wurde Steffen Dahl in einer Klinik in Koblenz behandelt. Im April 2014 kam er zur Früh-Reha nach Leezen, im August zog er ins Haus „Am Grünen Tal“ ein. Am 8. September 2014 dann geschah es: Dahl wachte aus dem Wachkoma auf. Plötzlich konnte er wieder reden und schlucken. Sein erstes Wort: „Hunger“. Sein erster Wunsch: einen Döner essen.

„Ich habe immer daran geglaubt, dass mein Sohn wieder aufwacht“, sagt Mutter Ursula Dahl. Und sie fügt hinzu: „Das Team im Haus ,Am Grünen Tal‘ hat Großartiges geleistet.“ In der Einrichtung auf dem Dreesch habe ihr Sohn nicht nur die notwendige Pflege und medizinische Betreuung, sondern auch eine umfassende therapeutische Behandlung erhalten, so die Mutter.

Insgesamt 27 Plätze gibt es es in der Fachpflege für Wachkoma und Beatmung. „Das therapeutische Konzept wird individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt“, erklärt Jane Witt. Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden arbeiteten Hand in Hand.

Steffen Dahl hat in kürzester Zeit riesige Fortschritte gemacht. Um sich fortzubewegen, benötigt er keinen Rollstuhl mehr, eine Gehhilfe genügt. „In der Wohnung geht es auch schon ohne“, sagt der 35-Jährige. Auf seine eigenen vier Wände ist Dahl mächtig stolz. „Ich richte mir die zwei Räume nach meinen Vorstellungen ein“, erklärt er. Seine Eltern wohnen mit im Haus, sehen nach dem Rechten, helfen ihrem Sohn, wo sie können. Auch Jane Witt hält nach dem Auszug des Patienten aus dem Haus „Am Grünen Tal“ den Kontakt.

Sport war immer schon die Leidenschaft von Steffen Dahl. Regelmäßig hatte er vor seinem schweren Unfall ein Fitnessstudio besucht. Und so will er auch jetzt weitermachen auf dem Laufband und an anderen Geräten, unterstützt von seinem Therapeuten Christian Neuhäuser. Dahl weiß: Es liegt noch ein Stück Wegs vor ihm. „Irgendwann möchte ich wieder als Werbefachmann arbeiten“, verrät der Schweriner.

Am 8. September, an dem Tag, an dem er aus dem Koma erwachte, will Steffen Dahl aber erst einmal wieder Geburtstag feiern. Zur Feier des Tages gibt es Döner.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen