Happy Birthday : Erste Fähre kreuzte vor 135 Jahren

Betrieb auf Pfaffenteich startete am 19. Juli 1879 mit einem Ruderboot, heute ist die Fahrt ein „Muss“ für Schwerin-Touristen

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19. Juli 2014, 12:00 Uhr

Luftballons und Girlanden schmücken heute das Geburtstagskind. 135 Jahre alt wird die „Petermännchen“-Fähre und ist weltweit bekannt. „Ich habe Gäste aus Australien, Kanada, Südafrika, eigentlich aus allen Teilen der Welt“, erzählt Fährmann Hans-Gerd Jankowski. Seit sechs Jahren schippert er über den Pfaffenteich. Liebevoll und mit Leidenschaft erzählt Jankowski während der 25-minütigen Fahrt aus der Geschichte des ältesten Baudenkmals Schwerins, dem Pfaffenteich, und seiner Fähre. Gehören Kreuzer und Fährmann heute zu den Schwerin-Highlights für Touristen, hatte der Fährbetrieb am 19. Juli 1879 aus praktischen Gründen begonnen – mit einem Ruderboot.

Ein Ausflug in die Geschichte: Der „Papendiek“ entstand im 12. Jahrhundert als „Mühlenteich“, um eine seit 1178 belegte Wassermühle anzutreiben. Der Architekt Georg Adolf Demmler, der am Pfaffenteich wohnt, begann 1840, die Ufer zu begradigen. Die Mühle brannte 1860 ab, aber Schwerin dehnte sich immer weiter um den Pfaffenteich aus. Als 1870 ein das alte Fridericianumam Ufer entstand, richtete Johann Bosselmann eine ruderbetriebene Fähre ein. „Um die Menschen schneller zum Hauptbahnhof zu bringen“, erzählt Jankowski. Immerhin braucht man einmal um den Pfaffenteich herum etwa 1635 Schritte. Es gibt die verrücktesten Messungen: Um die Breite des Teiches festzustellen, schwamm ein Mann mit einem Strick um den Bauch durch den Teich. Das Ergebnis: 190 Meter Breite.

„Der Pfaffenteich ist etwa 2,80 Meter tief, darunter kommen noch einmal bis zu 22 Meter Schlamm“, sagt der Fährmann. 1925 wurde die „Germania“ aus der Lüneburger Bootswerft Ahlers im Teich zu Wasser gelassen. Sie bekam einen Motor. Im Zweiten Weltkrieg stand der Fährbetrieb still. Erst nach Kriegsende schipperten wieder zwei Motorboote. Der heutige Nahverkehr stieg als Betreiber ein. 1955 wurden die Boote durch eine Heufähre aus dem Spreewald abgelöst, die mehrere Umbauten erfuhr. 1979 erhielt sie den Namen „Petermännchen“. Sie kreuzt vom 1. Mai bis 30. September zwischen vier Anlegern. Sonst liegt sie vor dem Arsenal in der Winterruhe.

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