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Nahverkehr Schwerin : Erste Elektrobusse für die Stadt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tarifverbund, bargeldloser Fahrschein, abgestimmte Taktzeiten: Nahverkehr will mehr Komfort für Fahrgäste – und 2019 Preissteigerung

von
erstellt am 23.Okt.2017 | 21:00 Uhr

Gute Nachricht für die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel in Westmecklenburg. Der Schweriner Nahverkehr, die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim und das Unternehmen Nahbus des Nordwestkreises wollen einen Verkehrsverbund bilden. Erste Gespräche sind bereits gelaufen. Ein einheitlicher Tarif, einheitliche Fahrscheine und abgestimmte Fahrpläne sind das Ziel. „Stadt und Überlandbusse müssen nicht hintereinander oder nebeneinander her fahren. Anderswo klappt das doch auch“, sagt Nahverkehr-Geschäftsführer Wilfried Eisenberg.

Überhaupt setzt der neue Mann an der Spitze des Nahverkehrs auf Zusammenarbeit. „Gemeinsam mit Rostock wollen wir fünf oder sechs Elektrobusse anschaffen.“ Durch den Gemeinschaftskauf würden beide Betriebe in den Genuss einer Förderung durch die Bundesregierung kommen. Drei dieser Busse sollen in Schwerin fahren. „Wir haben noch acht 13 Jahre alte Busse, die nur die Euro-3-Norm erfüllen“, sagt Eisenberg. Drei davon könnten dann ersetzt werden. „Die Technik ist inzwischen ausgereift, in China beispielsweise fahren zehntausende Elektrobusse. Derartige Fahrzeuge könnten über das Straßenbahnstromnetz aufgeladen werden. „Innerhalb von 20 Minuten sind die Batterien wieder voll.“ Und das Wartungspersonal hätte der Nahverkehr auch bereits – für die Straßenbahnen gibt es schon Mechatroniker und Elektrotechniker. Sie müssten nur noch eine Typenschulung bekommen. Im Dezember soll die Ausschreibung für die Elektrobusse rausgehen. Die Fahrzeuge sollen dann im Linienverkehr getestet werden.

Auch für das Bezahlen der Tickets schwebt Wilfried Eisenberg ein neues System vor. Das könnte per Mobiltelefon erfolgen oder kontaktlos per EC-Karte. „Beim Einsteigen wird die Karte, die in der Tasche bleibt, registriert und beim Aussteigen wird abgebucht“, erklärt Eisenberg. Alles nichts Neues, solche Systeme gibt es andernorts bereits. Für diejenigen, die lieber mit Bargeld bezahlen, wird es aber weiterhin einen Automaten in den Fahrzeugen geben – in abgespeckter Form für wenige Standardtickets: denkbar sind Einzelfahrscheine ermäßigt und nicht ermäßigt.

Auch an die Taktzeiten will Willfried Eisenberg ran. „Es kann nicht sein, dass der Bus gerade weg ist, wenn ein Unternehmen mit mehreren hundert Mitarbeitern Schichtschluss hat.“ Auch die Schulanfangs- und Endzeiten sollen stärker berücksichtigt werden. „Wir werden eine Studie erarbeiten, wann wie viele Busse und Bahnen fahren müssen.“ Dazu sollen auch die Schweriner befragt werden. „Wir haben zwar auch in diesem Jahr wieder Zuwachsraten bei den Fahrgastzahlen“, sagt der Geschäftsführer. „Aber wir können attraktiver werden.“

Eisenberg hat auch eine nicht so schöne Nachricht. Laut Wirtschaftsplan sollen die Fahrpreise 2019 erhöht werden – um zwei Prozent. Es wäre das erste mal seit 2014. „Ich verstehe gar nicht, warum die Preise in Schwerin nicht kontinuierlich erhöht wurden, sondern immer nur in Sprüngen.“

 

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