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Aslybewerber in Schwerin : Erste Anlaufstation für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Aufnahmestelle in Stern Buchholz leben derzeit 540 Asylbewerber. Der Vertrag mit Maltesern wurde bis 2022 verlängert

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erstellt am 18.Aug.2017 | 05:00 Uhr

„Fadel hat seinen Weg gemacht, er war bei uns Betreuer und Dolmetscher, jetzt arbeitet er in einem Ingenieurbüro“, sagt Heiko Stroth von den Maltesern. Es sind Geschichten wie die des jungen Familienvaters, der mit Frau und Kindern vor dem syrischen Bürgerkrieg geflohen ist und in Deutschland eine neue Heimat gefunden hat, die den Leiter der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Stern Buchholz und seine rund 90 Mitarbeiter immer wieder anspornen.

540 Flüchtlinge leben aktuell auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne. Die Frauen und Männer kommen unter anderem aus Afghanistan, Albanien, Ghana, Honduras, Eritrea, Irak, Iran, Mazedonien, Russland, Somalia, Syrien und der Ukraine. Untergebracht sind sie in vier Gebäuden. Mehr als 1000 Plätze stehen in Stern Buchholz zur Verfügung. „Wir sind vorbereitet, wenn es wieder einmal eine Flüchtlingswelle geben sollte“, erklärt Stroth.

Im Juni 2015 übernahmen die Malteser die Betreuung der Asylbewerber in der damals zusätzlich zu Nostorf/ Horst neu geschaffenen Einrichtung. Mittlerweile wurde der Vertrag bis 2022 verlängert. Es gab Zeiten, da fuhr ein Bus mit Flüchtlingen nach dem anderen in Stern Buchholz vor. Heute kämen zwischen fünf und zehn Schutzsuchende am Tag, berichtet Stroth. Die Flüchtlinge haben in Stern Buchholz ein Bett und ein Dach über dem Kopf, werden verpflegt und eingekleidet und erhalten auch ein Taschengeld. Es gibt eine spezielle Kinderbetreuung und Sport- und Freizeitangebote für die Erwachsenen.

Die Asylbewerber leben in der Erstaufnahmestelle, bis sie auf die Kommunen im Land verteilt werden. Flüchtlinge aus so genannten sicheren Herkunftsländern mit geringer Bleibeperspektive könnten aber auch während der gesamten Dauer des Asylverfahrens in der Einrichtung bleiben, erläutert die Sprecherin des Innenministeriums, Marion Schlender.

Ja, sagt Einrichtungsleiter Stroth, es komme in der Erstaufnahmestelle auch zu Konflikten unter den Asylbewerbern. „Wenn so viele Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen über eine gewisse Zeit auf engem Raum zusammenleben, dann kann es auch schon mal Streitereien geben.“ Oft genüge ein falsch verstandener Blick oder ein Wort zu viel, um eine Auseinandersetzung auszulösen, so Stroth. „Aber wir haben die Lage im Griff.“

Das Betreuungspersonal sei erfahren genug und geschult, um mit Konflikten umzugehen, betont Ministeriumssprecherin Schlender. „Außerdem stehen die Landeseinrichtungen bei Sicherheitsfragen im engen Kontakt mit der Polizei.“ Tatsächlich hätten Beamte seit Jahresbeginn eine Zahl von Strafanzeigen aufgenommen, bestätigt Schwerins Polizeisprecher Steffen Salow. Dabei sei es unter anderem um Beleidigungen und Sachbeschädigungen gegangen.

In Stern Buchholz kämen Menschen an, die Haus und Hof verloren hätten, die oft traumatisiert seien und vor einer ungewissen Zukunft stünden, sagt Leiter Stroth. „Unser Ziel ist es, ihnen den ersten Weg in ihrer neuen Heimat zu erleichtern.“

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