Erst Hakenkreuze, dann Feuer

<fettakgl>Feuer in  der Hegelstraße</fettakgl>: Das Asia Bistro im Mueßer Holz  wurde gestern Früh ein Raub der Flammen. Die Kripo geht von Brandstiftung aus. <fotos>Fotos: Reinhard Klawitter</fotos>
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Feuer in der Hegelstraße: Das Asia Bistro im Mueßer Holz wurde gestern Früh ein Raub der Flammen. Die Kripo geht von Brandstiftung aus. Fotos: Reinhard Klawitter

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04. Juli 2012, 05:32 Uhr

Muesser Holz/Grosser Dreesch | Hakenkreuze und Feuer in einem Asia Bistro im Mueßer Holz, Hakenkreuze an einer Döner-Bude auf dem Großen Dreesch, Runen und ausländerfeindliche Parolen an einem Asia-Imbiss ebenfalls auf dem Großen Dreesch innerhalb weniger Tage - Kripo und Staatsschutz sind beunruhigt und arbeiten mit Hochdruck. "Wir ermitteln in alle Richtungen, aber wir gehen schon von politisch motivierten Straftaten aus", sagt Carsten Luschnat, Leiter des Fachkommissariats Staatsschutz der Schweriner Kriminalpolizei.

Zunächst waren am Sonntag an einem Döner-Imbiss am Dreescher Markt Hakenkreuze gesichtet worden, die in der Nacht zuvor mit schwarzer Farbe aufgesprüht worden waren. Schmierereien in gleicher Größe und mit der selben Farbe wurden auch vom nur etwa 200 Meter entfernten Asia Bistro in der Max-Reichpietsch-Straße gemeldet. Dort waren zudem noch Runen und die Parole "Ausländer raus" auf die Rolläden des Landens gesprüht worden. Gestern früh kam es noch schlimmer: In der Hegelstraße stand ein Asia Bistro in Flammen, und wieder waren Hakenkreuze aufgesprüht. Jetzt geht auf dem Dreesch die Angst um.

"Wir hatten neben der Spurensicherung auch Brandursachenermittler vor Ort. Wir gehen nach bisherigem Kenntnisstand von vorsätzlicher Brandstiftung aus", sagt Luschnat. Das Feuer war im Innern des Kaufhallen-Anbaus ausgebrochen und zerstörte den Imbiss vollständig. Die Feuerwehr konnte nur noch ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäudeteile verhindern. Verletzt wurde niemand, aber es entstand ein Sachschaden von mehreren 10 000 Euro.

Ob die Schmierereien von Sonntag mit dem Brand von gestern in direktem Zusammenhang stehen, wollte Volker Werner vom Polizeipräsidium noch nicht bestätigen. "Farbe und Größe der an allen drei Tatorten zu findenden Hakenkreuze stimmten nicht überein", erklärte der Polizeisprecher. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um die selben Täter handeln könnte, sei hoch. Deshalb sei auch sofort der Staatsschutz hinzugezogen worden. Ermittelt werde gegen Unbekannt wegen des Verwendens von Zeichen verfassungsfeindlicher Organisationen und nun auch wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

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