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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 13:04 Uhr

Baulärm : Erst die Brücke, dann die Straße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Wittenburger müssen sich Schweriner auch nach der Errichtung einer neuen Überführung auf Baulärm und Sperrungen einstellen

von
erstellt am 10.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Die neue Brücke über die Bahn soll zwar in einer rekordverdächtigen Zeit von neun Monaten in der Wittenburger Straße gebaut werden, Anwohner und Autofahrer müssen sich aber voraussichtlich auch noch das ganze kommende Jahr auf Bauarbeiten und Sperrungen einstellen. Grund: Die Wittenburger Straße zwischen Friedensstraße und Brücke sowie zwischen Brücke und Lübecker Straße soll grundlegend saniert werden. „Wir können nicht parallel zur Brücke auch noch an der Straße arbeiten, denn wir brauchen die freie Zufahrt zur Baustelle an der Überführung“, erklärt Baudezernent Bernd Nottebaum.

Ursprünglich, so Nottebaum, seien für den Abriss und den Neubau der Brücke ein Jahr und neun Monate einkalkuliert gewesen. Um allerdings in den Genuss einer 90-prozentigen Förderung durch das Land zu kommen, müsse die Stadt nun aufs Tempo drücken und die Arbeiten bis Ende des Jahres durchziehen. „Danach kann dann die weitere Straßensanierung in Angriff genommen werden“, so der Dezernent. Vorteil für die Anwohner aus seiner Sicht: In der alten Planung wäre die Straße erst 2017 an der Reihe gewesen. „Brücken- und Straßenbau zu kombinieren, war nie ein Thema“, betont Nottebaum. Damit widerspricht er allerdings seinem Amtsvorgänger Wolfram Friedersdorff, der Ende 2013 eine solche Kombination durchaus noch für möglich gehalten hatte (wir berichteten).

Im Klartext: Zwei Jahre wird in der Wittenburger Straße noch gebuddelt und gewerkelt, zwei Jahre Lärm und Staub, zwei Jahre Sperrungen. Wie schwierig die Arbeiten in der Straße sind, zeigt sich bereits am ersten Bauabschnitt, der am Obotritenring gestartet wurde und bisher nur bis zum Penny-Markt gekommen ist, eigentlich aber bis zur Friedensstraße reicht. In diesem Bereich der Wittenburger Straße wird also in diesem Jahr auf jeden Fall noch gebaut.

Vor einer großen Herausforderung steht nun unter anderem der Schweriner Nahverkehr: Die Straßenbahnlinie 2 und die Buslinien 12 und 14 müssen umgeleitet werden. „Ein Teil der Paulsstadt wird so vom öffentlichen Personennahverkehr abgeschnitten“, sagt Nahverkehrs-Chef Norbert Klatt. Die Veränderungen bei den Verbindungen seien so groß, dass sich der Nahverkehr entschlossen habe, ein komplett neues Fahrplan-Heft zu drucken. „Natürlich wäre es aus unserer Sicht wünschenswert, Straßen- und Brückenbau könnten in diesem Jahr zusammen abgeschlossen werden“, betont Klatt. Aber die Situation sei nun mal so wie sie sei.

Am 16. März sollen die Arbeiten an der Brücke über die Eisenbahn beginnen. Anwohner hoffen noch immer auf eine Behelfsbrücke für den Fußgängerverkehr. „Eine entsprechende Machbarkeitsstudie liegt in den nächsten Tagen vor“, erläutert Dezernent Nottebaum. Dabei gehe es insbesondere um die Prüfung, ob eine solche Brücke noch gebaut werden kann, ohne den Fertigstellungstermin für die richtige Brücke zu gefährden. „Schließlich stehen 3,5 Millionen Euro Fördergeld auf dem Spiel“, so Nottebaum.

Mit der Machbarkeitsstudie sei das Ingenieurbüro beauftragt worden, das auch die reguläre neue Brücke plane, berichtet der Dezernent. Selbst bei einem positiven Votum für die Behelfsbrücke, bliebe dann noch die Finanzierung zu klären. Etwa 200 000 Euro würde die kleine Brücke kosten, so Nottebaum. „Wir müssen sehen, wie wir dieses Geld zusammenbekommen.“

 

 

 

 

 

 

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