FÖJ in Klein Trebbow : Erst anpacken, dann studieren

Halbzeit für Moritz Lang in seinem Freiwilligen Ökologischen Jahr. Bis September hilft er dem Gemeindearbeiter Danilo Saß (li.) in Klein Trebbow.
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Halbzeit für Moritz Lang in seinem Freiwilligen Ökologischen Jahr. Bis September hilft er dem Gemeindearbeiter Danilo Saß (li.) in Klein Trebbow.

Schnee schieben, Rasen mähen, Senioren bewirten: Der 19-jährige Moritz Lang macht ein Freiwilliges Jahr auf dem Dorf, bevor er zur Uni geht.

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23. März 2018, 12:00 Uhr

Acht Uhr morgens. Moritz Lang setzt die Leiter an und steigt hoch zum Vogelhäuschen. Seit zwei Stunden ist er auf den Beinen. Nieselregen peitscht gegen seine gelbe Kapuze. Vor einem halben Jahr hat der 19-Jährige am Gymnasium in Dorf Mecklenburg Abitur gemacht. Die meisten seiner Klassenkameraden studieren. Zwei sind gerade in Australien, ein anderer wollte nach Amerika.

Moritz steht in Klein Trebbow im Regen auf der Leiter, setzt den Bohrer an und sagt: „Genauso hatte ich mir das hier vorgestellt.“ Er ist zu Hause geblieben nach dem Abitur. „Studieren wollte ich nicht gleich“, sagt er. „Ich hatte nach der Schulzeit erst mal genug vom Lernen.“ Deshalb hat er sich für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr beim Internationalen Bund in Schwerin entschieden.

Im Nachbardorf Klein Trebbow arbeitet der Zickhusener nun ein Jahr lang an der Seite von Gemeindearbeiter Danilo Saß. Im Sommer mäht er Rasen, im Winter schiebt er Schnee. Wenn Zeit bleibt, repariert er in der Werkstatt, schärft Sägeblätter oder baut Vogelhäuschen. Manchmal, wenn sich die Senioren zum Kaffee im Gemeindezentrum treffen, hilft er auch beim Eindecken und Ausschenken. „Jeder Tag ist anders“, sagt Moritz. „Es macht einfach Spaß, draußen zu sein und praktisch zu arbeiten.“

Die Gemeinde Klein Trebbow beschäftigt zum ersten Mal einen FÖJler. „Moritz war von Anfang an sehr willkommen. Er sieht die Arbeit von allein, ist sehr fleißig“, sagt Bürgermeister Holger Bannuscher. Auch Gemeindearbeiter Danilo Saß freut sich über die Unterstützung. „Früher waren hier drei Gemeindearbeiter zuständig für fünf Ortsteile. Heute muss das einer alleine leisten. Das ist manchmal kaum zu schaffen.“

100 Euro gibt die Gemeinde monatlich zu Moritz’ Taschengeld von 245 Euro dazu. „Das ist nicht viel“, sagt Moritz. „Aber es reicht, um ein paar alltägliche Kosten zu decken.“ Viel wichtiger sei die Erfahrung. „Ich habe hier viel gelernt“, sagt er. Und vor allem: Er weiß jetzt ganz sicher, dass er studieren wird. „Wahrscheinlich Sport“, sagt Moritz. „Sport oder Geografie.“

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