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Baumfällungen in Schwerin : „Ernte“ an der Plater Straße

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Massive Baumfällungen erschrecken Anwohner, aber Forstamt beruhigt: Neuanpflanzungen kommen

von
erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

„Das sieht ja aus, als ob die eine Autobahn bauen wollen“, empört sich ein Leser am „heißen Draht“. „Das kann doch nicht normale Wald-Pflege sein.“ Zwischen Neu Zippendorf und Consrade ist entlang der Plater Straße eine breite Schneise in den Wald gefällt worden. Die Stämme lagen kreuz und quer herum, jetzt werden sie entästet und zum Abtransport bereit gemacht. Was für den Laien wie Vorbereitungsmaßnahmen für eine Straßenerweiterung oder den lang diskutierten Radwegneubau aussehen mag, ist in Wahrheit normales Tagesgeschäft in der Waldwirtschaft. Denn Bäume sind eben auch ein Handelsgut, betonen Nonno Schacht von den Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen und Forstamtsleiter Ingo Nadler. Wenn Kiefern erntereif sind, so wie jetzt im Plater Wald, sollten sie gefällt und verkauft werden. „Schließlich muss ein Waldbesitzer seinen Betrieb wirtschaftlich führen“, sagt Ingo Nadler. Sein Forstamt Gädebehn bewirtschaftet den Plater Wald, der der Landeshauptstadt gehört und damit in den Zuständigkeitsbereich der SDS fällt. Die betroffene Fläche ist etwa einen Hektar groß. Gefällt wurden vor allem die 130 Jahre alten Kiefern und viele wild gewachsene Buchen. Das Holz wird je nach Qualität weiterverkauft, um daraus hochwertige Bretter, Balken oder eben „nur“ Spanplatten zu machen.

In den nächsten Wochen wird das Waldstück beräumt und im Frühjahr wieder aufgeforstet – mit rund 10 000 neuen Bäumen, sagt Nadler. „So etwas haben wir im hinteren Teil des Plater Waldes schon vor ein paar Jahren gemacht. Weil es nicht an der Straße liegt, haben es aber nur wenige bemerkt. Heute sind die neuen Douglasien, Buchen und Eichen dort schon zehn Meter hoch.“

Die Waldarbeiten an der Plater Straße sind die größten in diesem Herbst und Winter, sagt Nonno Schacht. Lediglich zwischen Fernsehturm und Kopernikusstraße werde demnächst noch erntereifes Holz aus dem Buchbestand geschlagen. Hinter den Kleingärten Plater Straße soll außerdem noch der Jungbestand „gepflegt“, also ausgelichtet werden.

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