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Zeitung für die Landeshauptstadt

17. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Schwerins verkehr : Erneut Streit um Tempo 30

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt will auf Magistralen weiterhin 50 Stundenkilometer erlauben, Verkehrsausschuss folgt Grünen zur Geschwindigkeitsreduzierung

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Mit Verwunderung haben die städtischen Verkehrsplaner auf den jüngsten Beschluss des Fachausschusses für Bau und Verkehr reagiert, der eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer auf allen innerstädtischen Straßen vorsieht. „Dies würde bedeuten, dass dann auch auf dem Obotritenring, der Güstrower, Lübecker, Gadebuscher, Grevesmühlener und weiteren zentralen Straße die Geschwindigkeit reduziert werden müsste. Das wollen wir aber nicht, weil sich die 50er-Regelung bewährt hat“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. Die Praxis zeige, dass auch die Sicherheit der Radfahrer gewährleistet sei. „Wir sind der Auffassung, dass weitere Verkehrsberuhigung mit der Temporeduzierung auf der Reiferbahn, am Eckdrift und einigen anderen Straßen ausreicht und werden das so der Stadtvertretung zur Beschlussfassung vorlegen“, erklärte Nottebaum.

Hintergrund des Streits: Ein vor Jahren von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten zur Verkehrsberuhigung in der Landeshauptstadt hatte als Kernempfehlung, dass praktisch flächendeckend in Schwerin Tempo 30 eingeführt werden sollte. „Dies lehnen wir aber ab“, betont Nottebaum.

Dagegen indes wehren sich die Bündnisgrünen. „Entgegen der aktuellen Beschlussvorlage der Stadtverwaltung setzt sich die Grünen-Stadtfraktion für die Umsetzung der von Gutachtern vorgeschlagenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Straßenhauptnetz der Stadt Schwerin ein. Schon mit dem Lärmaktionsplan 2013 hatten die Gutachter der LK Argus GmbH eine nahezu flächendeckende Umsetzung von Tempo 30 in der Stadt empfohlen“, so Cornelia Nagel, die Vorsitzende der Stadtfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

„Wir wollen nicht nur Stückwerk, sondern die vollständige Umsetzung der gutachterlich empfohlenen Maßnahmen zur Temporeduzierung. Deshalb haben wir einen Ergänzungssantrag zur Beschlussvorlage der Stadtverwaltung eingebracht, mit dem wir die sukzessive Umsetzung der gutachterlich vorgeschlagenen Maßnahmen bis 2020 fordern. Der Ausschuss für Bauen, Stadtentwicklung und Verkehr hat unserem Antrag bereits einstimmig zugestimmt“, so Nagel.

Die Bündnisgrünen werben für ihren Antrag auch unter dem Aspekt der Lärmreduzierung: „Wir brauchen an den Hauptachsen, wie zum Beispiel auf dem Obotritenring, selbstverständlich Tempo 30. Denn so, das belegen die Erfahrungen zum Beispiel in der Lübecker Straße und der Robert-Beltz Straße, sinkt der Lärmpegel spürbar und die Lebensqualität der Anwohner steigt“, argumentiert die bündnisgrüne Fraktionschefin. Und Schwerin müsse an vielen Hauptachsen deutlich mehr als bisher für einen sicheren Radverkehr tun. Tempo 30 sei dafür eine wichtige Voraussetzung. „Sind die Wege für Radfahrer sicher, nutzen noch mehr Schweriner das Fahrrad“, so Nagel. Dadurch würden sich Verkehrsaufkommen, Lärmpegel und Feinstaubbelastung reduzieren.

Beteiligt sind am Entscheidungsprozess allerdings noch weitere politische Gremien. So müssen sich auch noch die Fachleute vom Umweltausschuss positionieren, dann wird im Hauptausschuss abgestimmt und abschließend in der Stadtvertretung.


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