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Zeitung für die Landeshauptstadt

19. November 2017 | 04:24 Uhr

Streik in Schwerin : Erneut fünf Kitas geschlossen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verdi setzt Arbeitskampf in der Landeshauptstadt fort: Forderung nach Anerkennung der gestiegenen Anforderungen im Beruf

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 21:00 Uhr

Die weiß-roten Streikwesten übergestreift, eine rote Trillerpfeife im Mund: Die Kleinen, die ansonsten liebevoll von den Erzieherinnen der Kita „Rappelkiste“ in der Münzstraße betreut werden, hätten an der lustig anmutenden Kleidung ihrer Erzieherinnen viel Spaß gehabt. Nur: Sie haben sie so nicht gesehen. Wie auch bei den vier anderen städtischen Einrichtungen „Future Kids“, „Löwenzahn“, Sportkita und „Reggio Emilia“, die am zweiten Streiktag in der Landeshauptstadt geschlossen blieben, hatten die Eltern bei der „Rappelkiste“ andere Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kleinen finden müssen. Denn eine Notbetreuung sieht das Verdi-Streik-Konzept nicht vor. Probleme gab es aber keine, während die rund 50 Erzieherinnen ihre Arbeit ruhen ließen.

Das soll auch heute so bleiben, wenn weitere fünf Kitas wegen des Streiks geschlossen bleiben. Betroffen sind die Kitas „Feldstadtmäuse“, „Sonnenschein“, Naturkita, „Plappermäulchen“ und die Märchenkita. Auch hier sind die Eltern bereits seit der vergangenen Woche über die ganztägige Schließung informiert, versichert Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Ute Evers.

„Angesichts gestiegener Anforderungen und anspruchsvoller Ausbildungen soll es in der Tarifrunde um eine Aufwertung gehen, die durch verbesserte Eingruppierung eine angemessene Bezahlung der Fachkräfte in den Sozial- und Erziehungsdiensten sichert“, umreißt Evers das Ziel des Ausstandes. Dabei geht es zum einen um Geld: Berufsanfänger, die derzeit mit 2366,68 Euro beginnen, sollen laut Verdi künftig mit 2768,08 Euro einsteigen. Entsprechende Erhöhungen in der Eingruppierung fordert die Gewerkschaft für alle Dienstjahre. Im Schnitt macht das etwa zehn Prozent mehr Gehalt. Bezahlen müssten die Differenz Eltern und Stadt. Bis zu 70 Euro teurer könnte demnach ein Krippenplatz werden, wenn auch im Februar wieder die jährlich anstehende Tariferhöhung von rund zwei Prozent erfolgt.

Verdi möchte, dass auch Bund und Länder bei den Erziehern zahlen. Schließlich sei deren Ausbildung mit der akademischen der Lehrer vergleichbar. Ute Evers: „Die jetzige Tarifrunde soll der gestiegenen Bedeutung der Sozial-und Erziehungsberufe für die Gesellschaft und damit den Leistungen der Beschäftigten in sozialen Berufen durch eine deutliche Aufwertung Rechnung tragen.“

 

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