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Schweriner Leselust : Erlebnis: Stöbern in alten Büchern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schweriner Antiquariat fördert durch besondere Atmosphäre und individuelle Beratung die Lust am Lesen

von
erstellt am 17.Jan.2017 | 23:19 Uhr

Hinter der Tür der Körnerstraße 11 beginnt eine andere Welt: die Welt der Bücher. Hier hat Robert Loest sein Antiquariat. Und das sieht auch genau so aus, wie sich ein Bücherfreund eine solche Lokalität vorstellt: angenehme Atmosphäre ohne grelles LED-Licht, Sitz- und Stöbermöglichkeiten, ein Geruch von Büchern und Papier, unaufdringliche, aber sehr kompetente Beratung.

Doch wer braucht im Zeitalter von Internet-Bestellsystemen eigentlich noch ein Antiquariat? Das genau ist auch in Schwerin ein Problem. Der Laden von Robert Loest ist mittlerweile der letzte seiner Art in der Stadt. Doch der Diplom-Bibliothekar ist durchaus zuversichtlich, wenn er über die Zukunft redet. „Vor etwa zehn Jahren gab es einen ziemlichen Tiefpunkt. Doch ich glaube, der ist vorbei. Das Einkaufsverhalten der Leute beginnt sich wieder zu verändern. Kleine, gute Läden haben jetzt Konjunktur. Viele Bücherfreunde wollen wieder ein Buch anfassen, darin blättern, es fühlen, vielleicht auch darüber reden, bevor sie es kaufen“, erzählt Loest. „Manche suchen gar nicht gezielt, sondern wählen einfach ein schönes aus, andere eines mit Autogramm oder sie nehmen einfach ein ungewöhnliches Format.“ Nachgefragt werde am häufigsten nach Literatur über Schwerin und Mecklenburg. Auch Kochbücher gingen immer. Insgesamt stehen bei Loest mehr als 30 000 Bücher, darunter auch Musikliteratur.

Doch ein Antiquariat ist mehr als ein Buchladen. An gleich mehreren Regalen in der Körnerstraße 11 steht „Nicht zum Verkauf“. „Das ist vor allem DDR-Literatur. Die sammle ich, verleihe sie aber auch kostenlos“, erzählt Loest. Dazu gehören diverse Sachbücher, aber auch Romane, mit denen hier früher jedes Kind groß wurde wie etwa „Wie der Stahl gehärtet wurde“, „Timur und sein Trupp“ oder „Die Heiden von Kummerow“.

Ein anderer Schrank trägt den Titel „Tauschregal“. „Dort können Leser ihre alten Bücher, die für ein Antiquariat nicht von Interesse sind, einfach hineinstellen und andere, die ihnen gefallen, dort einfach heraus- und mitnehmen“, erläutert der studierte Bibliothekar. Auf Wunsch komme er auch zu Schwerinern nach Hause, die alte Buchbestände auflösen wollen und berät sie.

In das Antiquariat kommen aber nicht nur Bücherfreunde, sondern auch Film-Enthusiasten. Es ist Treffpunkt des Vereins „Kino unterm Dach.“ Geöffnet ist der Laden montags bis freitags von 10 bis 12.30 und 13 bis 18 Uhr, sonnabends von 10 bis 13.30 Uhr.

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