Chance genutzt : Erfolgreich im Job trotz Handicap

Engagiert an ihrem Arbeitsplatz: Marika Kiekbusch. Petra Stenzel, Teamleiterin bei der Steuerberatungskanzlei Grieger Mallison Beck, steht der jungen Auszubildenden gern zur Seite.
Engagiert an ihrem Arbeitsplatz: Marika Kiekbusch. Petra Stenzel, Teamleiterin bei der Steuerberatungskanzlei Grieger Mallison Beck, steht der jungen Auszubildenden gern zur Seite.

Marika Kiekbusch hat eine Lehrstelle in einer Steuerberatungskanzlei gefunden / Heute ist Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

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03. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Marika Kiekbusch ist glücklich. Die junge Frau aus dem Schweriner Umland meistert ihr Leben trotz einer Behinderung. Sie hat jetzt einen Ausbildungsplatz gefunden. Nach ihrem Realschulabschluss macht die 16-Jährige jetzt eine Lehre als Steuerfachangestellte bei der Steuerberatungskanzlei Grieger Mallison Beck in Schwerin – mit viel Spaß und auch schon guten Ergebnissen. Darüber freut sich auch ihr Chef. „Normalerweise sind es eher Abiturienten, die sich dieser anspruchsvollen Ausbildung stellen“, sagt Steuerberater Axel Beck. „Mit Frau Kiekbusch haben wir erstmals eine 16-Jährige in unser Team aufgenommen. Und das war und ist gut so.“

Mindestens 20 Bewerbungen hatte Marika geschrieben. Nun nutzt sie ihre Chance – ebenso engagiert wie ihre vier Azubi-Kollegen. Verschiedene Praktika hatten Marika schon in der Schulzeit die Entscheidung für eine Tätigkeit im Büro leicht gemacht. „Das Thema Steuern war mal im AWT-Unterricht dran. Das fand ich sehr interessant“, sagt die 16-Jährige. Doch nicht nur Zahlen und Tabellen gehören zum Alltag. „Es sind komplexe wirtschaftliche Sachverhalte zu erfassen. Die Arbeit ist praxisnah und eröffnet immer wieder neue Einblicke“, hat Marika bereits erfahren. Teamleiterin Petra Stenzel sitzt ihr genau gegenüber, hilft mit Rat und Tat und betreut die junge Auszubildende intensiv. „Ich fühle mich gut aufgehoben. Alle Kollegen sind sehr hilfsbereit. Arbeitsplatz und Berufsschule liegen dicht beieinander. Ich kann weiter bei meinen Eltern wohnen und halte Kontakt zu meinen Freunden. Das ist für mich ein echtes Stück Glück.“

Die Steuerberatungskanzlei Grieger Mallison Beck hatte bereits in der Vergangenheit einen Mitarbeiter beschäftigt, der glücklicherweise seine Erkrankung überwinden konnte. „Dann haben wir die Ausgleichsabgabe gezahlt. Aber: Wir investieren lieber direkt in einen Arbeitsplatz, in die Ausbildung unseres eigenen Berufsnachwuchses“, betont Steuerberater Axel Beck. So sei es der Kanzlei auch nicht schwer gefallen, Marika Kiekbusch trotz ihrer Behinderung eine Chance zu geben. „Bei der Tätigkeit in unserem Unternehmen kommt es darauf an, im Kopf fit zu sein. Wir schaffen beste Voraussetzungen, damit sich unsere neue Mitarbeiterin voll einbringen und in unserem Haus wohlfühlen kann“, unterstreicht Beck.

Marika strengt sich für ihr Glück richtig an. Sie möchte gern nach drei Jahren einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss erzielen und dann in der Schweriner Steuerberatungskanzlei arbeiten. Diese Perspektive stimmt auch Rita Behncke vom Arbeitgeber-Service der Schweriner Arbeitsagentur optimistisch. Sie kümmert sich seit vielen Jahren um die Vermittlung und Beratung beruflicher Rehabilitanden und Schwerbehinderter.

„Dieses Beispiel ist ein sehr schönes und zeigt, dass sich unsere gemeinsamen Bemühungen lohnen, um Perspektiven für Menschen mit Behinderung zu schaffen. Dabei unterstützen wir Unternehmen gern.“ Und das ganzjährig – nicht nur am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, der heute das öffentliche Bewusstsein darauf lenken soll, dass die Integration nicht nur von Gesetzes wegen gewollt ist, sondern auch mit Leben erfüllt werden kann. Wie gut das gelingt, zeigt der gemeinsame Weg, den die Grieger Mallison Beck Steuerberatungsgesellschaft und Marika Kiekbusch gemeinsam eingeschlagen haben.




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