Neue Energiequelle in Schwerin : Erdwärme: Stadtwerke legen los

An der Grevesmühlener Chaussee bauen die Schweriner Stadtwerke die Tiefengeothermie-Anlage.
An der Grevesmühlener Chaussee bauen die Schweriner Stadtwerke die Tiefengeothermie-Anlage.

Land genehmigt Voruntersuchungen für Neubau am Lankower Heizkraftwerk. Bohrungen zur Tiefengeothermie-Anlage erst 2017

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13. August 2016, 12:00 Uhr

Wie sieht die Landeshauptstadt in 2000 Meter Tiefe aus? Diese Frage müssen die Experten der Stadtwerke und ihrer Tochterfirma Energieversorgung Schwerin GmbH & Co. Erzeugung KG beantwortet haben, ehe die unterirdische Wärme genutzt werden kann. Wie soll man sonst wissen, wo man bohren soll? Das Bergbauamt in Stralsund hat jetzt die seismischen Messungen genehmigt. Sie werden voraussichtlich am 24. August beginnen und fünf Tage im gesamten Norden Schwerins stattfinden.

Die Stadtwerke wollen bis zur Jahr 2018 neben dem Heizkraftwerk in der Grevesmühlener Straße die Tiefengeothermie-Anlage errichten. In einer Tiefe von etwa 1300 Meter befindet sich zirka 53 Grad Celsius heißes Wasser. Für die Wärmegewinnung wird dieses mittels einer Pumpe nach oben befördert. Die geothermische Energie wird dann durch einen Wärmeübertrager ausgekoppelt und im Heizkraftwerk-Lankow auf die erforderliche Temperatur gebracht, bevor es in das Fernwärmenetz der Stadt eingespeist wird. Das abgekühlte Thermalwasser wird wieder der gleichen Gesteinsschicht zugeführt, so dass ein geschlossener Kreislauf entsteht. Der Vorteil: Erdwärme ist eine nahezu unerschöpfliche Energiequelle, die unabhängig von Klima oder Jahreszeit gewonnen werden kann. Und: Die Stadtwerke sind unabhängiger von Preisentwicklungen an den Gasmärkten und setzen zudem einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur CO2-Neutralität der Landeshauptstadt bis 2050. Gut 14 Millionen Euro kostet das Vorhaben, neun Millionen Euro Fördermittel steuert das Energieministerium bei.

Erst im April vergangenen Jahres hatten die Stadtwerke nach drei Jahren Planung das in den Waisengärten geplante Geothermieprojekt an den jetzigen Standort am Heizwerk Lankow verlegt, da hier überraschend das geologische Erkundungsrecht westlich der Werderstraße frei geworden war. An der Grevesmühlener Straße besteht zudem die Möglichkeit, später die Anlage zu erweitern, was in den Waisengärten nicht möglich gewesen wäre. Damit die aus Geothermie gewonnene Wärmeenergie trotzdem in die Waisengärten geleitet werden kann, wird am Standort in der Bornhövedstraße eine Wärmeübertragungsstation gebaut, die allerdings deutlich kleiner ausfällt und sich mit ihrer Bauweise auch optisch der Umgebung anpasst.

Über die seismischen Messungen werden die Anwohner noch direkt informiert.

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