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16. Pflügerwettbewerb in Gadebusch : Er mag es schön gerade und schier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ronny Böther geht morgen für die Agp Lübesse an den Start

von
erstellt am 31.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Gut zehn Jahre sei es her, dass Ronny Böther einen Pflug hinter dem Traktor hatte. Doch jetzt will der Schweriner es noch einmal wissen. Er tritt am Sonnabend beim 16. Pflügerwettbewerb in Gadebusch an, ist einer von mehr als einem Dutzend Teilnehmern. Böther geht für die Agp Lübesse, seinen Arbeitgeber, an den Start. Dass er für die Agp auch täglich auf dem Traktor sitzt, ist lange her. Denn seit zehn Jahren ist der Schweriner nicht mehr auf dem Acker, sondern auf der Landstraße unterwegs. Böther tauschte Landmaschine gegen Lastwagen ein. Doch die Liebe zum Duft von frisch umgebrochener Erde und glänzender Ackerkrume ist geblieben.

Sonnabend wird es aber ernst: Der Mann für die beste Furche wird gesucht. Wie seine Chancen stehen, dass weiß der frisch gebackene Vater eines kleinen Jungen nicht. Aber auf einen Pokal komme es ihm gar nicht an. „Ich bin schon einmal Zweiter geworden. Sicher wäre ein Sieg schön, doch die Konkurrenz schläft ja bekanntlich nicht“, sagt Böther und steigt wieder in den 130-PS-starken Traktor. Dann geht es auch schon los. Große Eisenpfähle dienen ihm als Orientierung. Die nimmt Ronny Böther von seinem Fahrersitz aus direkt ins Visier. Dann gibt er Gas. Die Aufgabe seines Kompagnon Tim Hüller ist es, die Eisenstangen schnell genug zu entfernen. Es dauert keine drei Minuten, dann ist der Traktor samt Pflug an der selbst gezogenen Ziellinie angekommen. Böther schaut etwas skeptisch auf die Furchen. „Ein kleiner Knick ist drin, doch ich habe das wirklich das letzte Mal vor zehn Jahren gemacht. Dafür ist es okay“, sagt der Schweriner und schmunzelt. Dann zieht er den Zollstock aus der Tasche, geht zum Pflug und überprüft noch einmal die Einstellungen – justiert die Spindel. Sie reguliert die Tiefe der Pflugschare. Der Pflug, den Böther hinter seinem John Deere zieht, hat schon einige Jahre auf dem Buckel: Der B201 ist aus dem Jahre 1986, tut aber seine Dienste. „Wichtig ist nur, dass alle Vorgaben eingehalten werden, das Baujahr interessiert die Jury nicht“, sagt der gelernte Landwirt. Selbst mag er es auch, wenn „alles schön gerade und scheier “ ist.

Morgen geht es dann für ihn und die mehr als 15 anderen Starter um den Pokal. Sie treten in verschiedenen Kategorien an: „Bester Drehpflüger“, „Bester Beetpflüger“ und „Bester Auszubildender“. Dabei müssen die Teilnehmer eine zugewiesene Parzelle mit eigener Technik unter verschiedenen Maßgaben fachgerecht umpflügen. Die Qualität dieser Arbeit nehmen erfahrene Schiedsrichter unter die Lupe. Morgen präsentiert sich aber nicht nur die moderne, sondern auch die alte Traktorentechnik. Beim „Schaupflügen der Oldtimer“ zeigt die alten Maschinen ab 12 Uhr ihr Können.

Die Branche gibt außerdem weitere Einblicke in ihre vielfältigen Arbeitsfelder: Die Besucher können sich zum Thema Boden und die Beprobung von Böden beraten lassen. Zu Fragen des Pflanzenschutzes gibt das Pflanzenschutzamt Auskunft. Moderne Land- und Gartenbautechnik wird ebenfalls präsentiert. Zudem gibt es einen Bauernmarkt.

Aufgeregt ist Böther nicht: „Entweder habe ich Glück oder Pech.“ Doch insgeheim hat ihn das Fieber wieder gepackt. Auch wenn neben der jetzigen Arbeit für den Kartoffelmarkt in Sülte nicht viel Zeit zum Üben bleibt und die Nächte durch das zehn Wochen alte Baby im Haus kurz sind, hat er Hoffnung. „Vielleicht wird es doch was mit einem Pokal“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Doch dafür muss Böther üben. „Und die anderen die Daumen drücken“, betont er, schließt die Tür der Fahrerkabine und zieht die nächste Furche. Schnurgerade.

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