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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 16:21 Uhr

Peckateler Petrijünger : Er mag die Ruhe beim Angeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Peckateler Horst Brügmann leitet den Verein der Angel- und Naturfreunde seit vielen Jahren

von
erstellt am 22.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Am Sonnabend gehts los. Dann holt Horst Brügmann seine Angel samt Zubehör aus dem Schuppen und versucht sein Glück am Störkanal in Nähe der Plater Brücke. Und mit ihm die anderen Mitglieder des Vereins Angel- und Naturfreunde Peckatel. Denn: „Anangeln ist angesagt“, erklärt Brügmann. Er ist der Vereinschef. „An diesem Tag starten wir unsere Angelsaison“, so der 67-Jährige. Diese fällt diesmal etwas aus dem üblichen Rahmen. Brügmann: „Plate feiert im Juli 825-jähriges Bestehen. Da bringen wir uns natürlich ein.“ Beim Tag der Vereine am 3. Juli wird zum Volksangeltag an der Stör eingeladen. Und zum Dorffest am 9. Juli ist „Aalwürfeln“ angesagt. Wer dreimal eine sechs würfelt, gewinnt einen geräucherten Aal, wer dreimal eine fünf hat, darf sich auf eine geräucherte Forelle freuen.

Öffentlich ist aber auch immer der Anglerball im Herbst. Dann feiern die Peckateler gemeinsam, erzählt der Naturfreund.

Beim Angeln selbst bevorzugt Horst Brügmann Ruhe. „Da muss nicht unbedingt ein Fisch beißen – damit muss man immer rechnen. Aber man kann entspannen und die Stille genießen.“ Das schätze er an diesem Hobby, wenn er zum Beispiel am Störkanal oder am Muchelwitzer See die Rute auswirft. Diesen vier Hektar großen See hat der Verein vom Landesanglerverband gepachtet. Nahezu jedes Jahr werden hier Besatzfische eingesetzt: Karpfen, Aale, auch Hechte.

Mit dem Angeln vertraut gemacht hat ihn sein Vater. Der war selbst ein leidenschaftlicher Petrijünger. Und seine Oma hatte ihn immer wieder ermuntert, es dem Vater gleichzutun.

Der einstige Meliorationstechniker, der später als Gemeindearbeiter in Plate angestellt war, gehört zu den Gründungsmitglieder des heutigen Vereins Angel- und Naturfreunde Peckatel. Das war 1970. Und seit Ende der 1970er-Jahre ist Brügmann der Chef. Er habe alle Höhen und Tiefen des Vereins miterlebt, erzählt er. „Vor der Wende haben wir bei Angelwettbewerben auf Kreisebene vordere Plätze belegt. Darauf waren wir stolz. Und jetzt freuen wir uns, dass wir Veranstaltungen, zumindest zum Teil, auch für die Öffentlichkeit anbieten. Das ist Ausdruck der Zusammengehörigkeit im Dorf.“ Gerade erst haben die Angler das Dorf in Vorbereitung des Plater Jubiläumsfestes herausgeputzt. Und jährlich treffen sich die Petrijünger, um an Ufern der Stör beziehungsweise an ihrem Pachtgewässer bei Muchelwitz Müll einzusammeln.

Was war eher schwierig? In DDR-Zeiten hätte die Anglergemeinschaft zweimal vor dem Aus gestanden. „Viele wollten nicht mehr so recht mitmachen. Aber wir haben uns wieder aufgerappelt.“ Jetzt zählt der Verein 96 Mitglieder und gehört dem Regionalen Anglerverband Schweriner Seen-Umland an. Die Peckateler wollen gern wieder eine Kinder- und Jugendgruppe ins Leben rufen, um mehr junge Leute gezielt ans Angeln heranzuführen. Verjüngen soll sich bald auch der Vorstand. Denn Horst Brügmann und sein Stellvertreter Detlef Blohm sowie Kassenwart Remo Jürs gehören von Anfang an dem Vorstand an. „Es wird Zeit, den Staffelstab weiterzugeben“, blickt der Vereinschef voraus. Seine Familie, insbesondere seine Frau Inge, habe immer viel Verständnis für sein Ehrenamt aufgebracht, betont Brügmann.

Regelmäßig zieht es Brügmann aber auch nach Dänemark auf die Ostseeinsel Langeland. Im Frühjahr mit Kindern und Freunden, im Herbst ausschließlich mit Anglern. Dann gehts mit einem Kutter zum Dorschangeln aufs Wasser.

Ganz besonders gern erinnert sich der Peckateler aber an seine Angelerlebnisse auf Gran Canaria und in Kenia. Auf der kanarischen Insel hat der Mecklenburger einen 20 Kilogramm schweren Stachelrochen am Haken gehabt. In Kenia war es ein acht Kilo schwerer Barracuda. Seinen Fang überließ er in beiden Fällen den einheimischen Fischern. Denn: Es gehe nicht immer um den größten oder besonderen Fisch. Es geht auch ums Runterkommen, um Ruhe, ums Genießen – und um Verbundenheit mit der Natur.

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