Landwirtschaft Müsselmow : Er macht, dass es nicht so stinkt

Der rote Vervaet – ein Hydro-Trike – arbeitet die Gülle auf einer Breite von 5,50 Meter in den Boden ein und spart dem Landwirt einen zusätzlichen Arbeitsschritt.  Fotos: Katja Müller
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Der rote Vervaet – ein Hydro-Trike – arbeitet die Gülle auf einer Breite von 5,50 Meter in den Boden ein und spart dem Landwirt einen zusätzlichen Arbeitsschritt.

Alles in einem Arbeitsschritt: Der holländische Vervaet bringt die Gülle in den Boden und verschließt direkt danach die Oberfläche

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15. August 2016, 12:00 Uhr

Wie eine überdimensionierte rote Schnecke zieht der Vervaet seine Bahnen über die Hügel bei Müsselmow. Das holländische Hydro-Trike bringt die Gülle aus. In diesem Fall die eines Plater Schweinemastbetriebes. Das Lohnunternehmen Otto Hamester aus Mühlen Eichsen ist damit beauftragt, die Ackerflächen des Plater Landwirts mit der Gülle zu düngen. Ein Arbeitsschritt, der manchem Bürger stinkt (SVZ berichtete). Doch mit der neuen Technik aus dem Nachbarland lässt sich dieser Nebeneffekt eindämmen. „Gülle wird immer stinken, das ist nun einmal so. Aber diese neue Technik arbeitet den wichtigen und guten Dünger sofort ein. Die Nährstoffe kommen direkt in den Boden und bleiben dort auch“, erklärt Danny Schulz, Geschäftsführer der Landmaschinenvertrieb Dorf Mecklenburg GmbH, der die Maschine für Proberunden zur Verfügung gestellt hat.

Björn Salzwedel vom Lohnunternehmen Hamester hört aufmerksam zu. Er spielt mit dem Gedanken, sich so eine Maschine zuzulegen. „Sie sieht eben nicht nur gut aus, sondern aufgrund des Dreirad-Prinzips wird die Last optimal verteilt und der Boden auf der gesamten Maschinenbreite gleichmäßig verdichtet“, erklärt er. Die Folgen seien geringere Bodenstrukturschäden und ein gleichmäßigeres Ergebnis. „Gerade hier in den hügeligen Gegenden ist es eine feine Sache“, schiebt er hinterher. Aber auch das Prinzip der Gülleausbringung und Einarbeitung überzeugt ihn: Die Gülle wird hinter der ersten Scheibenreihe in den Boden eingeleitet, die zweite Scheibenreihe schließt den Boden und die Rohrstabwalze drückt alles wieder an. „Man spart sich einen Arbeitsgang, denn bisher musste man die Flächen zweimal befahren – einmal Gülle ausbringen und dann einarbeiten“, erklärt Salzwedel. Auch die anderen Daten überzeugen ihn. Der Tank fast rund 21 Kubikmeter, die Maschine hat eine Leistung von 465 PS. Für die Fahrt abseits des Ackers können die Mittelachse eingefahren und die Scheibenreihen sowie Walzen eingeklappt werden. Immerhin misst die Einarbeitungskomponente eine Breite von 5,50 Meter.

500 Stück dieser Baureihe fahren bereits auf holländischen Äckern, 50 sind es bereits in Deutschland. „Vielleicht ja auch bald eins mehr“, sagt Björn Salzwedel vom Lohnunternehmen Hamester mit einem Augenzwinkern. Doch noch will er sich einige Dinge anschauen. „Wir reden hier von einer Investition von mindestens 400 000 Euro. Das kauft ein Mann nicht wie eine Hose“, betont er. Doch abgeneigt scheint er nicht. Auch Landwirt Werner Strothmann aus Kuhlen-Wendorf scheint nicht abgeneigt zu sein. „Wir Landwirte haben ebenso wenig ein Interesse daran, dass es stinkt. Denn entweicht der Gülleduft, sind auch schwups die Nährstoffe weg“, erklärt Strothmann. Dass es nun gar nicht mehr riecht, wenn der Vervaet seine Runden dreht, lässt sich nicht behaupten. „Aber es ist nicht mehr so intensiv und die für den Bauern so wichtigen Nährstoffe gehen direkt in den Boden und bleiben dort auch“, erläutert Danny Schulz während der Proberunde. Auf dem Monitor in der Fahrerkabine lässt sich dank eines Sensors genau erkennen, wie viel Gülle und wie viel der gewünschten Inhaltsstoffe auf dem Acker verteilt werden. „Alles wird mit wenigen Klicks gesteuert“, fügt Schulz hinzu.

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