Bester Schülerlotse in MV : Er ist der Beste für den Weg zur Schule

Christopher Kirchner
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Christopher Kirchner

Christopher Kirchner beherrscht nicht nur die Verkehrsregeln. Er behält die Übersicht, wenn er Jüngeren den Schulweg weist. Nach seinem souveränen Sieg im Landeswettbewerb geht es nun zum Bundesfinale.

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19. September 2012, 06:35 Uhr

Schwerin | Zweimal in der Woche hilft Christopher Kirchner 25 Minuten lang Mädchen und Jungen von der Nils-Holgersson-Grundschule über die Straße. Der 19-jährige Gymnasiast der Bertolt-Brecht-Gesamtschule ist Schülerlotse. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner lebt seit einem Jahr in Schwerin. Der Umzug aus seinem kleinen Dorf nach Schwerin, in die Landeshauptstadt, war "eine große Veränderung", wie er sagt.

Anfangs fiel ihm das Einleben in der neuen Stadt schwer, aber "durch die Schülerlotsen habe ich richtig schnell Freunde an der Schule gefunden, das hat alles sehr viel einfacher gemacht", erzählt er. Das war für Christopher nicht der einzige Grund, denn eigentlich ist er nur wegen seiner damaligen Freundin Lotse geworden. "Jetzt macht es mir riesigen Spaß, mit den Kindern zu arbeiten und ihnen zu helfen", erklärt Christopher stolz. Auch wenn er nicht mehr mit seiner Freundin zusammen ist, ein gutes Team sind die beiden bei den Schülerlotsen noch immer.

Soziales Engagement ist für Christopher ein guter Weg, aber so richtig weiß er noch nicht, was er in der Zukunft machen möchte. "Erstmal würde ich gern eine Ausbildung absolvieren, um auf eigenen Füßen zu stehen, aber irgendwann studieren wäre auch toll."

Sein Weg führt ihn jetzt erst einmal zum Bundesausscheid der Schülerlotsen nach Coburg. Zwar ist er gerade mal seit einem Jahr Verkehrshelfer, doch schon jetzt ist der 19-Jährige der Beste seiner Schule, der Stadt und seit Montag auch des Landes. Im Oktober beweist Christopher nun sein Können auf Bundes ebene. Dort muss er dann bei den Prüfungen zur Einschätzung von Entfernungen, Reaktionsfähigkeit, Geschwindigkeit und mit theoretischem Wissen überzeugen. Bei diesen Prüfungen war er am Montag in Mueß der Beste der 31 Mitstreiter. Aber gewonnen haben bei diesem Wettbewerb, der vom Landesverkehrsministerium gefördert wird, eigentlich alle: "Wir haben für jeden Teilnehmer einen Preis gekauft, weil alle Lotsen wichtig sind", erklärt Karl Heinz Eggebrecht, Mitglied im Vorstand der Landesverkehrswacht. Jeder Schüler konnte sich der Reihenfolge nach einen Preis aussuchen, von Sporttaschen bis hin zu Gutscheinen. Die ersten drei wurden mit Pokalen geehrt.

Das Preisgeld von 150 Euro, das Christopher für seinen Sieg auf Landesebene bekam, kommt dem Gymnasiasten gerade recht. Denn der Jugendliche wohnt nicht mehr bei seinen Eltern und freut sich über jeden zusätzlichen Euro. "Ich hoffe nicht, dass ich alles bei unserer Studienfahrt nach Prag ausgebe, aber mal sehen", sagt der 19-Jährige schmunzelnd. Und falls im Herbst dann noch etwas übrig sei, könnte er auch einen neuen Computer gebrauchen. Dann kann er seinen Hobbys, Filme und instrumentale Musik selber machen, wenn die Zeit dafür da ist, intensiver nachgehen. Aber bevor er sich weiter Gedanken darüber macht, will er sich voll auf sein Abitur konzentrieren. "Es ist schon schwierig alles unter einen Hut zu bekommen, aber ich weiß ja, wo ich hin will", betont er. Als nächstes steht jetzt erst einmal die Vorbereitung auf Coburg auf dem Programm. "Wir wollen natürlich, dass Christopher jetzt auch der Beste von Deutschland wird", sagt Verkehrswacht-Vorstandsmitglied Eggebrecht hoffnungsvoll. Die Schülerlotsen werden mit Hilfe der Präventionsgruppe der Polizeiinspektion und der Landesverkehrswacht ausgebildet.

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