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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 07:34 Uhr

Helfende Hand : Er hilft Flüchtlingen aus Erfahrung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Betreuer Asmala Musuf kam selbst als Asylbewerber aus Nigeria nach Deutschland

von
erstellt am 19.Dez.2014 | 12:00 Uhr

Er kam einst selbst als Asylbewerber aus Nigeria nach Deutschland. Heute kümmert sich Asmala Musuf, seit einigen Jahren mit einer Deutschen verheiratet und deutscher Staatsbürger, um Asylbewerber, die in den Übergangswohnungen in der Hamburger Allee in Schwerin untergebracht sind. „Ich helfe den Menschen bei der Einrichtung der Räume, gehe mit ihnen zur Ausländerbehörde und zum Sozialamt, begleite sie bei Arztbesuchen und beim Einkaufen“, erzählt Musuf.

Aus politischen Gründen hatte der Nigerianer 1991 sein Land verlassen. In Schwerin sei er Asylbewerber der ersten Generation gewesen, sagt der 54-Jährige. Schnell habe er sich damals in seiner neuen Heimat zurechtgefunden. „In Nigeria wird Englisch gesprochen, die deutsche Sprache zu lernen, fiel mir nicht schwer.“ Und bald schon habe er auch anderen Flüchtlingen im Umgang mit der deutschen Bürokratie unter die Arme gegriffen, berichtet Musuf.

Annette Köppinger, Schwerins langjährige Integrationsbeauftragte, erkannte das Talent des Nigerianers, holte ihn in die Stadtverwaltung. Elf Jahre lang arbeitete Musuf für das Sozialamt, betreute Flüchtlinge. Als dann vorübergehend keine Asylbewerber mehr nach Schwerin kamen, hörte der 54-Jährige bei der Stadt auf, ging nach England, kehrte in die Bundesrepublik zurück, machte eine Ausbildung als Servicekraft auf dem Flughafen, arbeitete im Wachschutz und auf der Bundesgartenschau in Schwerin.

Heute ist Musuf bei der Firma WSD beschäftigt, die im Auftrag der Stadt für die Asylbewerber-Unterkunft in der Hamburger Allee zuständig ist. Knapp 50 Plätze gibt es in den Wohnungen, in denen derzeit Flüchtlinge aus Ghana, Afghanistan, dem Iran, Mauretanien, Serbien, dem Irak und Syrien leben.

Viele Asylbewerber hätten studiert und einen guten Beruf, schildert Musuf. „Es muss das Ziel sein, dass sie ihre Begabungen so schnell wie möglich in Deutschland einbringen können.“ Das A und O für jede erfolgreiche Integration seien Sprachkenntnisse, betont der 54-Jährige. Deshalb organisiert er auch Deutsch-Kurse in der Asylbewerber-Unterkunft – noch bevor überhaupt ein gesetzlicher Anspruch auf einen Kurs greift.

Musuf ist Ansprechpartner, Dolmetscher, manchmal auch Seelsorger und Psychologe, Brückenbauer zwischen Einheimischen und Flüchtlingen. Gewiss könne er sich auch einen anderen Job vorstellen, sagt er. Aber die Tätigkeit als Sozialarbeiter empfinde er als Berufung. „Und ich werde hier gebraucht.“

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