Der Modellbauer aus Ruthenbeck : Er bringt kleine Bahnen groß raus

Sie ist fast fertig: Klaus Schümann hat für seine Dampflokomotive „Adler“ mehr als hundert Einzelteile verarbeitet. Jetzt muss das gute Stück noch lackiert werden.
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Sie ist fast fertig: Klaus Schümann hat für seine Dampflokomotive „Adler“ mehr als hundert Einzelteile verarbeitet. Jetzt muss das gute Stück noch lackiert werden.

Dampfloks, Motorräder und Traktoren: Der 81-jährige Klaus Schümann aus Ruthenbeck baut mit großer Leidenschaft Modelle aus Holz

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17. März 2016, 12:00 Uhr

Modell-Eisenbahnen haben es ihm angetan. Er habe sie früher mit Leidenschaft gesammelt. Als es zu viele wurden, hat Klaus Schümann sie verkauft.

Den Eisenbahnen ist er aber treu geblieben. Er baut sie aus Holz – und größer als herkömmliche Modelleisenbahnen. Gerade hat er die Dampflokomotive „Adler“ nachgebaut. Sie war die erste deutsche Eisenbahn, die auf der Strecke Nürnberg-Fürth verkehrte, weiß Schümann. Er hat sich Bücher über Lokomotiven gekauft und sich belesen. Und weil er „nicht einfach in der Bude “ sitzen, sondern wieder etwas zu tun haben wollte, zog es ihn in die Werkstatt hinter seinem Haus in Ruthenbeck. Hier hat der gelernte Tischler und Bootsbauer das Material – und das nötige Werkzeug. „In den Wintermonaten ist das eine schöne Beschäftigung. Und ich arbeite nach wie vor gern mit Holz.“

Die „Adler“ sei eine besonders schöne Dampflokomotive, erklärt der 81-Jährige. Sie hat wuchtige Stahlräder, einen dicken Bauch und vorne ragt ein Schornstein empor. Zur Lok gehören ein Tender und zwei Waggons. Schümanns Modell ist – wie alle anderen vorher auch – Marke Eigenbau. Getüftelt hat er schon oft. Zum Beispiel Motorräder komplett aus Holz gebaut. Nicht ein Nagel, nicht eine Schraube stecken darin, erklärt Schümann stolz. Sämtliche Holzteile sind verleimt oder verdübelt. Bei der Holzbahn sind aber zusätzlich Metallnieten verarbeitet.

Mehr als hundert Einzelteile hat Schümann für seine Mini-Bahn verbaut. Und wer genau hinschaut, entdeckt auch die Details, auf die der Bastler großen Wert legt. Im Waggon zum Beispiel befinden sich Sitzbänke, Schümann hat auch einen Elektromotor eingebaut. Der kann fernbedient werden, so dass die Lokomotive tatsächlich fahren kann – auf Holzschienen. Noch schnauft sie nicht, aber wer weiß! Der Ruthenbecker tüftelt, wie er das mit dem Schnaufen vielleicht noch hinbekommt.

Etwa drei Monate hat Klaus Schümann an seiner Modell-Eisenbahn gearbeitet. Nicht jeden Tag. Denn hin und wieder zog es ihn auch noch in den Garten oder zu seinen Eulen, die in den Nadelbäumen auf seinem Grundstück einen Schlafplatz haben.

Nach einer kleine Ruhepause ging es jetzt weiter, denn die Dampflok musste lackiert werden, in den Originalfarben Grün, Gelb, Schwarz, Rot. Erst dann sieht sie ihrer großen Dampflok sehr ähnlich.

Klaus Schümann mag zwar seine Lok, aber er würde sie auch verkaufen. Und wer sich interessiert, könne gern vorbeikommen und sich seine Holz-Fahrzeuge anschauen: Traktoren, Motorräder und Eisenbahnen. Allerdings sollte man sich vorher anmelden, rät der Bastler. Und wenn ihm wieder so ist, baut er eine neue Lok oder einen Traktor, sagt der der 81-Jährige verschmitzt.



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