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Konzept mit neuen Ideen : Entwicklung am Stadtrand schwierig

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zippendorf und Mueß sollen wieder erste Tourismus-Adressen werden

svz.de von
erstellt am 24.Sep.2014 | 23:54 Uhr

Wie weiter mit Mueß und Zippendorf? Die beiden Ortsbeiräte hatten von der Verwaltung ein Entwicklungskonzept gefordert – das liegt jetzt vor. Es listet die Defizite der beiden Stadtrandteile auf und beschreibt, was wie verbessert werden sollte.

In Zippendorf und Mueß war die Entwicklung in den vergangenen 25 Jahren ähnlich. Der Tourismus wurde mehr und mehr zurück gedrängt, beide Stadtteile wurden vor allem zu Wohnstandorten. Die Einwohnerzahl hat sich jeweils verdoppelt. Dagegen stehen das Kurhotel und das Strandhotel seit Jahren leer, in die Gaststätte Mueßer Bucht zieht eine IT-Firma ein, das Hotel Zum Reppin steht zum Verkauf, nur das beliebte Eis soll es hier weiterhin geben. Doch das touristische Potenzial müsste wieder mehr in den Fokus genommen werden, steht im Konzept. So soll der Weg von Zippendorf über Mueß und Raben Steinfeld in die Lewitz auf Vordermann gebracht werden. Ebenso der Weg vom Hexenberg zum Franzosenweg. „An den Trassen brauchen wir auch eine einheitliche Beschilderung mit touristischen Hinweisen“, sagte Stadtplaner Holger Oertel. „Auch wasserseitig fehlt es an Infrastruktur.“ So stehen im Konzept auch öffentliche Anlegemöglichkeiten für Boote unterhalb des hinteren Zooausgangs und am Zippendorfer Strand sowie am Freilichtmuseum in Mueß. Das Ziel ist ein „Wasserrundweg Zippendorf – Mueß – Kaninchenwerder. Allerdings gibt es dabei einige „Empfindlichkeiten“. Stichworte: FFH-Gebiet, EU-Vogelschutzgebiet. „Entsprechende Gutachten sind aber bereits in Arbeit“, so Oertel.

Auch die Straßen lassen in beiden Ortsteilen zu wünschen übrig. Sie werden im Straßensanierungskonzept der Stadt teilweise als mangelhaft bis ungenügend eingestuft. „Die Alte Crivitzer Landstraße muss beispielsweise grundlegend erneuert werden“, sagt Holger Oertel.

Allerdings ist bei all diesen Ideen der „Zeithorizont“ noch unklar. „Zum einen haben wir eine angespannte Finanzlage der Stadt“, sagt Baudezernent Bernd Nottebaum. „Zum anderen hängt viel von privaten Investoren ab.“ So sei die Zukunft des Kurhotels derzeit völlig unklar. Rund um das Strandhotel möchte der Investor zunächst fünfgeschossige Wohnhäuser errichten und dann das Hotel sanieren. Der Eigentümer der Gaststätte Zur Fähre will neben der Brandruine zunächst Ferienwohnungen bauen, bevor das Lokal wiederhergestellt wird. Auf beide Wünsche will sich die Stadt aber seit Jahren nicht einlassen.

Die Verwaltung hat sich vorgenommen, einer Entwicklung der beiden Stadtteile zu reinen Wohnstandorten entgegen zu wirken. Allerdings: „Man muss Geduld haben, bis die Entwicklung wieder in Richtung Tourismus und Naherholung geht“, sagt Stadtentwickler Oertel. „Das kann man nicht von heute auf morgen erzwingen.“

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