zur Navigation springen

Geflügelpest und ihre Folgen : Entenfarm Kobande: Betrieb geht weiter

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausnahmegenehmigung für Kobander und täglich Besuch vom Amtstierarzt – Verkauf und Schlachtung bis Weihnachten vorerst sicher

von
erstellt am 29.Nov.2016 | 05:00 Uhr

Schon einige Meter vor dem Ortseingangsschild prangt es in dicken roten Lettern: Geflügelpest Sperrbezirk. Die Hühnerhöfe entlang der Landesstraße in Kobande sind wie leergefegt. Auch durch die Volieren pfeift lediglich der eisige Wind. Selbst auf dem Hof der Entenfarm ist es ruhig. „Zu ruhig“, sagt Dietmar Jopp. Dem Geschäftsführer der Entenfarm Kobande ist die Sorge um seinen Betrieb anzusehen. Wenig Schlaf gab es in den vergangenen Tagen. An der Wand im Büro hängt die Karte mit den nachgewiesenen Fällen und den jeweilen Sperrbezirken sowie Beobachtungsgebieten. Auch Artikel aus Zeitungen hat er dort angepint. „Die neusten Informationen bekommen wir zunächst aus den Medien“, sagt der Kobander. Mitten im Gespräch bricht er ab, spitzt die Ohren. Im Radio ist wieder von Geflügelpest die Rede. „Ach, das haben wir heute schon ein paar Mal gehört“, sagt er. Die Rede ist erneut von Demen. Am Freitag wurden im Nachbarort von Kobande 90 Tiere getötet, nachdem auf einem kleinen Hof der hochpathogene Virus H5N8 nachgewiesen wurde (wir berichteten).

Freitagfrüh wurden auch Dietmar Jopp und seine Prokuristin Nicole Höftmann informiert, dass die komplette Gemeinde Demen zum Sperrbezirk gehört. Laut Verordnung würde das bedeuten: Keine Schlachtung. Kein Verkauf. Das Aus. Doch für die Entenfarm greift eine Ausnahmeregelung. „Unsere Tiere sind alle gesund und sie werden täglich von der Amtstierärztin begutachtet. Deshalb geht der Betrieb wie gewohnt weiter“, betont Jopp.

Doch die Mund-zu-Mund-Propaganda tue anderes kund. „Wir hatten schon einige Anrufe und Nachfragen. Ob wir der betroffene Betrieb seien und wie lange jetzt kein Eier- und Geflügelverkauf mehr möglich ist“, erzählt Dietmar Jopp und dementiert solche Gerüchte: „Die Kunden können wie gewohnt hier Enten und Gänse kaufen – frisch geschlachtet wie auch tiefgefroren. Und vor allem gesund.“

Damit alles reibungslos klappt, wurden die, wie Jopp betont, eh bereits hohen Sicherheitsstandards noch einmal erhöht. Das bedeutet für die Entenfarm höhere Kosten. „Wir verbrauchen jetzt wesentlich mehr Desinfektionsmittel und zur vorgeschriebenen Stallkleidung ist nun ein zusätzlicher Overall Pflicht, der nach dem Benutzen sofort entsorgt wird“, betont Jopp.

Die Ausnahmegenehmigung gilt bis auf Widerruf. Jopp und Höftmann sind optimistisch, dass es mit dem Verkauf bis zum 24. Dezember klappt. „Wir haben nicht die Möglichkeit, jetzt alles auf einmal zu schlachten. Dafür reichen weder Platz noch Personal“, sagt der Geschäftsführer. „Viele Tiere haben auch noch nicht das Schlachtgewicht erreicht“, ergänzt Höftmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen