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Schweriner Möbelwerke : Entdecken Inder jetzt Schwerin?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Gelände der Möbelwerke wird wieder verkauft – es gibt mehrere Kaufinteressenten, auch aus Asien

von
erstellt am 06.Dez.2017 | 20:45 Uhr

Für das Gelände der ehemaligen Möbelwerke an der Wismarschen Straße interessiert sich angeblich eine indische Investorengruppe. Sie will nach SVZ-Informationen dort ein Wohngebiet errichten. Der Eigentümer der Fläche, Jörn Clermont, wollte sich zu möglichen Käufern nicht öffentlich äußern. Er bestätigte aber, dass er in Verkaufsverhandlungen steht. „Wenn es mit dem jetzigen Interessenten nicht klappt, gibt es weitere.“

Ganz so schnell wird es mit der Unterschrift unter dem Notarvertrag aber wohl nichts. Die Investoren wollen ein „besenreines“ Gelände kaufen. „Wir werden die noch stehenden Gebäude abreißen“, sagt Jörn Clermont. „Bis zum März wollen wir damit fertig sein.“

Der Unternehmer hatte die Möbelwerke 2014 auf einer Auktion erworben. Sein Plan war es, dort ein hochwertiges Wohngebiet zu entwickeln. Einen Teil der alten Gebäude hatte der Gallentiner relativ schnell abreißen lassen. Doch dann tat sich nichts mehr. Ein bestehender Bebauungsplan musste geändert werden. Dass Clermont jetzt wieder verkaufen will, begründet er mit einer geänderten Lebensplanung. „Das Vorhaben würde mich noch einmal fünf Jahre kosten. So lange will ich aber nicht mehr arbeiten.“

Es bleibt noch viel zu tun: Das Areal an der Wismarschen Straße kann nur frei von Altlasten verkauft werden.
Es bleibt noch viel zu tun: Das Areal an der Wismarschen Straße kann nur frei von Altlasten verkauft werden. Foto: Gert Steinhagen
 

Wie zu erfahren war, wollen die Inder nicht nur das Möbelwerke-Areal erwerben. Sie interessieren sich auch für die benachbarten Flächen zur Möwenburgstraße hin. Sollte das klappen, könnte die neue Wohnsiedlung deutlich größer werden als die gut drei Hektar, die die Möbelwerke umfassen.

Jörn Clermont hatte ursprünglich geplant, 17 Stadtvillen und acht Mehrfamilienhäuser mit mindestens drei Stockwerken zu bauen. Nicht ganz so hochwertig, wie auf dem ehemaligen Molkereigelände, aber höherwertiger als in der Gartenstadt. Wie sich neue Eigentümer der Flächen eine Bebauung vorstellen, ist nicht bekannt. Auch zur Bauverwaltung der Stadt wurde noch kein Kontakt aufgenommen.

Gegründet wurde das Schweriner Möbelwerk im Jahr 1923 als Mecklenburgische Holzindustrie AG. 1948 wurden die Unternehmer enteignet, der VEB Möbelwerke Schwerin entstanden. Der volkseigene Betrieb produzierte vornehmlich Schlafzimmermöbel und Küchen – auch für den Export, insbesondere nach Polen. 1994 verkaufte die Treuhand den Betrieb an die Firma Bestwood, die vor allem die Spanplattenfabrik in Ribnitz-Damgarten betrieb. Doch ebenso wie die „Fusselbude“ an der Küste wurde auch das Werk in Schwerin geschlossen. Seitdem liegt das Areal brach.

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