Parksanierung : Endspurt rund ums Wiligrader Schloss

Eine alte Feldsteinmauer schützt den Weg  am Steilhang. Marcel Uter  und Volker Groß   vom  Crivitzer  Garten- und Landschaftsbau richten sie wieder auf.
Eine alte Feldsteinmauer schützt den Weg am Steilhang. Marcel Uter und Volker Groß vom Crivitzer Garten- und Landschaftsbau richten sie wieder auf.

Sanierung nach historischem Vorbild kostet 2,8 Millionen Euro: Arbeiten werden im Frühsommer abgeschlossen

svz.de von
11. März 2014, 12:00 Uhr

Die letzte „Bausaison“ im Schlosspark von Wiligrad ist angelaufen. Bis zum Frühsommer haben nun die Fachleute vom Crivitzer Garten- und Landschaftsbau das zu vollenden, was zu Jahresbeginn 2011 begann: Die Wiederherstellung des Parks nach historischem Vorbild. 2,8 Millionen Euro steckt das Land als Eigentümer in das Projekt – mit EU-Fördermitteln für den ländlichen Raum.

Gartenbau-Ingenieur Dietmar Braune vom landeseigenen Betrieb für Bau und Liegenschaften betreut die Parksanierung. Er ist stolz auf das bislang Erreichte und voller Vorfreude auf die Vollendung des Projektes. „Sogar der Löwe kehrt zurück“, verrät Braune. Da Bauherr Herzog Johann Albrecht zeitweise auch Regent in Braunschweig war, stand einst vor dem Schloss am Schweriner Außensee eine Löwenstatue, die nach dem Zweiten Weltkrieg spurlos verschwunden war. „Nun kehrt der Löwe zurück. Nicht das Original, aber ein Nachguss eines Braunschweiger Löwens“, erzählt Braune.

Doch soweit ist es noch nicht. In diesem Frühjahr sind auf einer Länge von 1,5 Kilometern Wege neu anzulegen bzw. wieder herzurichten. Insgesamt beträgt die Wegelänge in dem 19 Hektar umfassenden Kernbereich des Parks aber ein Vielfaches. „Nach Abschluss aller Arbeiten gibt vier Rundkurse um das am Ende des 19. Jahrhunderts errichtete Schloss“, erzählt Dietmar Braune. Mit dem Uferweg wurde 2011 angefangen. Doch auch am und oberhalb des Steilhanges sowie am Schlossteich mit seinen Rhododendren können Spaziergänger bereits die Parkanlagen wieder genießen – und zuschauen, wie in Schlossnähe junge Buchen, hunderte Rhododendren, Azaleen und auch Rosen gepflanzt werden. Denn die Neugestaltung des 2,5 Hektar großen Areals zwischen Schloss und Schlossteich bildet einen weiteren Schwerpunkt im Endspurt. An dieser Stelle hatte die Volkspolizei, die Wiligrad bis zum Ende der DDR als Schule nutzte, zwei Bunker in die Parklandschaft gesetzt. Vor einem Jahr wurden sie abgerissen. „4000 Kubikmeter Boden blieben zurück“, erzählt Braune. Mit diesen Erdmassen wurde das historische Geländeprofil wiederhergestellt – so gut es ging. Eine Sichtachse und neue Wegen verbinden künftig Schloss und Teich. Links und rechts davon rückt wieder der Wald ans Schloss heran, so wie es vor gut 100 Jahren auch war. Unter den Buchen sollen 850 Rhododendren und Azaleen für Farbtupfer und Abwechslung sorgen.

Aus diesem Bereich verschwanden aber nicht nur die Bunker. Hier hatte in den zurückliegenden 20 Jahren der Kunstverein Wiligrad auch so manche Großskulptur aufgestellt. Um dem historischen Bild am Schloss gerecht zu werden, wurden die modernen Stücke umgesetzt – an andere Stellen im Schlosspark. Zwei Großskulpturen erhielten jetzt ihren endgültigen Platz und begrüßen die Gäste in Wiligrad am neu geschaffenen Parkplatz. Direkt am Ortseingang stehen künftig 86 Stellplätze für Autos zur Verfügung. Busparkplätze kommen hinzu. Fertig ist bereits die neue Buswendeschleife, hier halten auch Busse der Linie 8 des Schweriner Nahverkehrs. „Der halbe Parkplatz kann schon jetzt genutzt werden“, betont Braune. Nach Fertigstellung verschwinden aber die bisherigen Besucherparkplätze, auch dieses Gelände wird wieder bepflanzt und damit Teil des Schlossparks. Der lockt nicht nur mit seinem alten Baumbestand und neuen Gewächsen Besucher an. Zur Parksanierung gehörte auch die Wiederherrichtung des Quellgebietes „Tre Fontane“. Lohnende Ziele am Uferhang sind die Elisabeth-Quelle und die Elisabeth-Nische. Und Bänke laden an geschützten Stelle auch jetzt schon zum Verweilen ein.

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