Schwerin : Endspurt auf dem Marienplatz

Die Drei von der Baustelle:Nahverkehrschef Norbert Klatt, Koordinator Reinhard Henning und Baudezernent Wolfram Friedersdorff (v.l.) sind zufrieden -  die Bauarbeiter haben gute Arbeit abgeliefert. Mit ihnen und den Schwerinern wird am 30. November gemeinsam gefeiert. Reinhard Klawitter
Die Drei von der Baustelle:Nahverkehrschef Norbert Klatt, Koordinator Reinhard Henning und Baudezernent Wolfram Friedersdorff (v.l.) sind zufrieden - die Bauarbeiter haben gute Arbeit abgeliefert. Mit ihnen und den Schwerinern wird am 30. November gemeinsam gefeiert. Reinhard Klawitter

Auf dem Marienplatz werden jetzt die letzten Arbeiten erledigt, bevor er am kommenden Freitag in neuem Glanz feierlich an die Öffentlichkeit übergeben wird - nach einer Bauzeit von insgesamt 36 Wochen.

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22. November 2012, 07:29 Uhr

Altstadt | Noch beherrschen die Farben Rot und Weiß das Bild des Marienplatzes. Überall stehen noch Bauzäune und Warnbaken. In einer Woche soll das ganz anders aussehen. Dann wird der zentrale Verkehrsknoten nach einer Bauzeit von 36 Wochen in neuem Glanz übergeben.

Baudezernent Wolfram Friedersdorff zog gestern bereits eine positive Bilanz der Bauarbeiten. Bürger, Geschäftsinhaber und der Nahverkehr seien so wenig wie möglich beeinträchtigt worden. "Sie haben aber auch Lärm und Dreck toleriert und einige Läden mussten Umsatzeinbußen hinnehmen. Es hat sich bewährt, dass wir einen Logistiker und einen Baustellenkoordinator hatten. Denn es galt, erhebliche Probleme zu lösen." So kamen die Natursteine für die Pflasterung nicht rechtzeitig aus China auf die Baustelle. Am Eingang zur Wismarschen Straße wurde ein bis in sieben Meter Tiefe reichender Hohlraum festgestellt. Der wurde mit einer Spezialmasse verfüllt, die aber dummerweise in die Kanalisation lief und mit üblichen Frästechnologien nicht zu entfernen war. "Wir konnten aber auch dies im Zusammenspiel aller Beteiligten klären", so Projektkoordinator Reinhard Henning. Er bestätigte, dass es von der Tiefbaufirma Nachtragsforderungen in Höhe von zehn Prozent der Auftragssumme gibt. "Darüber werden wir aber noch verhandeln." Genaue Zahlen wollte Henning nicht nennen, nach Informationen dieser Zeitung könnten es bis zu 200 000 Euro sein.

Der Nahverkehr dagegen hat seine Bausumme offenbar sehr gut kalkuliert. "Die Endabrechnung liegt uns bereits vor", so Geschäftsführer Norbert Klatt. "Wir liegen etwa 100 000 Euro unter dem Plan."


Noch ist der Marienplatz nicht ganz fertig. Lampen müssen installiert werden, die Tiefbauer verlegen in der Lübecker Straße noch ein paar Quadratmeter Kleinpflaster. An den Straßenbahnhaltestellen müssen einige Platten ausgetauscht werden, weil sie gerissen sind und deshalb nicht abgenommen wurden. Der Nahverkehr baut zwei Wartehäuschen auf und Bänke und Fahrradständer kommen auch noch auf den Platz. Und dann werden heute auch drei Japanische Schnurbäume gepflanzt. "Mein Umweltamt hat dringend empfohlen, keine einheimische Bäume zu nehmen, weil die mit den Bedingungen auf dem Platz nicht klar kommen", so Baudezernent Friedersdorff. Ganz am Ende kommt dann noch das große Aufräumen und Saubermachen.


Am kommenden Freitag, 30. November, wird der Platz um 15 Uhr feierlich von Ministerpräsident Erwin Sellering und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow übergeben. In das Pflaster der Westseite des Platzes wird eine Plakette eingelassen, auf der der Fördermittelgeber verewigt ist. Der Nahverkehr bietet kostenlose Fahrten mit der Traditions-Straßenbahn an. Das Bläser-Quintett des Landespolizeiorchesters spielt und in der Marienplatz-Galerie wird eine Fotoausstellung zum Bauablauf eröffnet. Von 17 Uhr an gibt es im Schlosspark-Center eine Podiumsdiskussion mit Wolfram Friedersdorff, Center-Manager Klaus Banner und Joachim Tenkhoff, dem Investor der Marienplatzgalerie zu den Bauarbeiten rund um den Marienplatz im kommenden Jahr. Moderator ist SVZ-Redaktionsleiter Timo Weber. Er wird mit seinen Fragen dafür sorgen, dass die Bürger über die zu erwartenden Einschränkungen umfangreich informiert werden.

Denn von März an werden die Lübecker Straße bis zur Wittenburger Straße, die Wismarsche Straße bis zur Arsenalstraße und die ganze Helenenstraße saniert. "Das wird aber nicht so lange dauern", kündigte Friedersdorff an. "Wir wollen im September fertig sein." Doch auch diese Baustellen würden nicht einfach werden. So muss der Nahverkehr zeitweise Busse statt Bahnen einsetzen und es wird wieder eingleisig durch die Franz-Mehring-Straße und sogar über den Wittenburger Berg gefahren.

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